Laut, turbulent und auch ein wenig unheimlich: Der Tod kommt aus dem Friedhof, die Zeche zieht als ausgelassene Gesellschaft über die Bühne und mitten drin steht Jedermann. Rund 4.000 Zuschauer erleben 2026 die große Freiluftaufführung, die in Wendling nur alle zehn Jahre stattfindet.
Rund 100 Menschen aus Wendling und Umgebung stehen hinter dem Projekt. Sie spielen, organisieren und gestalten die Aufführung. Damit wird der Jedermann auch 2026 zu einem Gemeinschaftsprojekt der Region.
Jedermann trifft den Tod
Dietmar Huber steht als Jedermann im Mittelpunkt. Irene Schlosser spielt seine Buhlschaft. Für beide ist es bereits das zweite Mal, dass sie diese Rollen übernehmen – zehn Jahre nach ihrem ersten Auftritt. Erneut glanzvoll gemeistert.
Die Geschichte nimmt ihren bekannten Lauf: Jedermann lebt mitten im Reichtum und genießt sein ausschweifendes Leben. Dann kommt der Tod. Plötzlich zählen weder Geld noch Freunde.
Auch auf der Naturbühne in Wendling wird dieser Moment zum Wendepunkt. Der Tod kommt aus dem Friedhof. Die Guten Werke und der Glaube bleiben Jedermann als letzte Begleiter.
Bekannte Gesichter auf der Bühne
Auch hinter den Rollen stehen bekannte Gesichter der Produktion. Regisseurin Andrea Pichler spielt die Guten Werke. Zuvor ist sie als arme Nachbarin zu sehen.
Regieassistentin Nina Baumgartner übernimmt die Rolle des Glaubens. Bernie Rinesch schlüpft wieder in ihre Traumrolle: Sie spielt den Teufel bereits zum zweiten Mal.
„Rund 100 Menschen machen diese Aufführung möglich“, steht sinngemäß für das, was den Wendlinger Jedermann ausmacht: Viele tragen dazu bei, dass das Spiel nach zehn Jahren wieder auf die Bühne kommt.
20 Engerl begleiten Jedermann
Im Finale entscheidet sich das Schicksal des Jedermann. Der Glaube besiegt den Teufel. Jedermann findet Vergebung und seinen Weg zu Gott.
20 Wendlinger Engerl begleiten ihn schließlich in den Himmel. Damit endet ein Abend, auf den Wendling zehn Jahre gewartet hat.
Seit 1956 wird der Wendlinger Jedermann alle zehn Jahre unter freiem Himmel aufgeführt. 2026 erlebt das Publikum damit die jüngste Ausgabe einer langen Tradition.
Und dann heißt es wieder warten: Die nächste Gelegenheit gibt es 2036.
Weitere Informationen: Laienspielgemeinschaft Wendling
Wendling
Redaktion: Margit Rumpfhuber
Kamera: Jonas Voitl / Margit Rumpfhuber
Schnitt: Margit Rumpfhuber
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