In Weibern stand am 12. Juni das Gedenken an den Oberösterreichischen Bauernkrieg 1626 im Mittelpunkt. Die Gemeinde ist einer von zehn sogenannten Mut-Orten der OÖ Communale 2026. Ziel ist es, historische Konflikte aufzuarbeiten und den Dialog zwischen Menschen und Konfessionen zu stärken.
Der Bauernkrieg von 1626 entstand durch religiöse Spannungen und den Widerstand gegen die Rückkehr zum katholischen Glauben. Nach der Niederlage der Aufständischen setzte sich die Zwangs-Katholisierung durch. Dennoch blieb der evangelische Glaube vielerorts im Verborgenen erhalten.
Im Zentrum der Veranstaltung stand eine ökumenische Gedenkfeier. Dabei wurde die gemeinsame Erinnerung an die Ereignisse vor 400 Jahren mit einem Blick in die Zukunft verbunden.
Der künstlerische Projektleiter der OÖ Communale, Martin Honzik, sieht darin ein wichtiges Signal: „Heute geht es nur in der Zukunft in einem Miteinander.“ Weibern sei dafür ein besonders passender Ort.
Auch Bischof Manfred Scheuer verwies auf die lange Geschichte der Trennung zwischen den Konfessionen. Über Jahrhunderte habe es geheißen, man könne und wolle nicht miteinander. Heute werde bewusst ein anderer Weg eingeschlagen.
Superintendent Gerold Lehner betonte die Bedeutung persönlicher Begegnungen. Wenn Menschen erleben, dass Vertreter unterschiedlicher Kirchen respektvoll miteinander umgehen, könne das auch auf die Gesellschaft zurückwirken.
Pfarrer Andreas Hochmeir erinnerte an die Opfer der damaligen Ereignisse. Neben den Menschen, die im Bauernkrieg ums Leben kamen, müsse auch jener gedacht werden, die aufgrund ihres Glaubens ihre Heimat verlassen mussten.
Kulturprogramm greift historische Ereignisse auf
Musikalisch und szenisch begleitet wurde der Abend vom Spielraum Gaspoltshofen. Gezeigt wurde der erste Teil der „Proletenpassion“, der die Ursachen der Aufstände thematisiert.
Zusätzlich widmete sich der Workshop „Re Printing History“ den Frauen im Bauernkrieg. Cristina Giurgea und Johanna Mayrhofer vom Kollektiv magggi machten dabei auf Lücken in der Geschichts-Schreibung aufmerksam. Viele Perspektiven und Stimmen seien bis heute kaum dokumentiert.
Weitere Veranstaltungen geplant
Laut Bürgermeister Manfred Roitinger folgen weitere Programmpunkte in Weibern. Geplant ist unter anderem eine große Rad-Tour zu verschiedenen Schauplätzen des Bauernkriegs.
Abgesagt werden musste hingegen das geplante Höhenfeuer des Kunst-Projekts „Brandmal“. Die Installation hätte das Wort „Wut“ in der Landschaft sichtbar gemacht, das durch das Abbrennen symbolisch zu „Mut“ werden sollte. Wegen des Wetters konnte das Projekt nicht umgesetzt werden.
Damit blieb dennoch die zentrale Botschaft der Veranstaltung bestehen: Aus der Erinnerung an Konflikte soll Mut für ein gemeinsames Miteinander entstehen.
Weitere Informationen:
https://pulse.ly/l1gma5uaiu Weibern, Gaspoltshofen, Wallern, Oberösterreich
Redaktion: Tamara Zopf
Kamera: Christian Kothbauer
Schnitt: Tamara Zopf
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