Warum Unternehmer in Braunau Alarm schlagen – Michael Benninger fordert Strukturreformen

Warum Unternehmer in Braunau Alarm schlagen – Michael Benninger fordert Strukturreformen

Zwei Männer lächeln in die Kamera, während sie am Mikrofon sitzen. Im Hintergrund ist ein helles Interieur sichtbar. Ein Schriftzug zeigt den Titel des Podcasts über wirtschaftliche Zukunftsthemen.
Braunau / FirmenTV / Podcast - Studiotalk
15.12.2025
Michael Benninger, Geschäftsführer von Promotech und Vorsitzender der Jungen Wirtschaft Braunau, war zu Gast im HT1-Podcast. Er sprach über hohe Energie- und Lohnkosten, zunehmende Bürokratie und die Zukunft regionaler Betriebe. Im Gespräch mit Gerald Schlager fordert er politische Strukturreformen – sonst drohe der wirtschaftliche Rückschritt.

Im aktuellen HT1-Podcast spricht Michael Benninger, Geschäftsführer des Weltmarktführers Promotech aus Schalchen, offen über die Herausforderungen für die heimische Industrie. Als Vorsitzender der Jungen Wirtschaft Braunau kennt er die Sorgen vieler Betriebe – von Energiepreisen über Bürokratie bis hin zum Nachwuchsmangel.

„Alleine die Stromkosten an unserem Standort in Österreich betragen 1,2 Millionen Euro jährlich – im Vergleich zu nur 300.000 Euro in Indien bei gleichen Verbrauchsmengen“, so Benninger. Die Konkurrenzfähigkeit leide massiv unter diesen Rahmenbedingungen. Auch die Lohnkosten seien ein Problem: „Seit 2021 sind die Personalkosten in unserer Branche in Österreich um fast 30 % gestiegen – in Deutschland waren es nur 17 %“, erklärt Benninger.

Neben wirtschaftlichen Faktoren sieht er auch politischen Reformbedarf: „Es ist fünf vor zwölf – wir brauchen eine echte Strukturreform. Die Maßnahmen der Regierung sind leider nur ein müdes Lächeln wert“, sagt Benninger deutlich.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die zunehmende Bürokratie durch EU-Verordnungen wie das Lieferkettengesetz oder NIS2: „Wir beschäftigen mittlerweile mehrere Mitarbeiter nur für Nachhaltigkeit und andere Richtlinien – das ist keine Produktivität, das kostet nur Geld“, so Benninger weiter.

Promotech reagiert mit massiver Automatisierung: „Wir haben über 180 Roboter im Einsatz – das entspricht etwa 1300 Arbeitskräften in der Produktion“, schildert der Unternehmer. Auch in der Administration setzt das Unternehmen auf Digitalisierung und Prozessoptimierung, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Besonders sorgt sich Benninger um das Fundament der regionalen Wirtschaft – die Familienbetriebe: „Viele Traditionsunternehmen finden keine Nachfolger. Junge Menschen scheuen die Selbstständigkeit, weil die Rahmenbedingungen abschrecken“, warnt er.

Abschließend macht Benninger klar: „Einen Sozialstaat kann man sich nur leisten, wenn es der Wirtschaft gut geht – aktuell gibt es aber keine Wirtschaftspolitik. Daher ist unser Sozialstaat mittelfristig gefährdet.“

Braunau, Schalchen, Linz, Indien, Deutschland, Asien, Amerika, Großbritannien, Wien, Bayern, Oberösterreich

Gestaltung: Gerald Schlager
Kamera: HT1 Studio
Schnitt: Gerald Schlager

Folge HT1 auf WhatsApp: https://pulse.ly/sderevwqn5

2500375-002
Braunau / FirmenTV / Podcast - Studiotalk
15.12.2025
Michael Benninger, Geschäftsführer von Promotech und Vorsitzender der Jungen Wirtschaft Braunau, war zu Gast im HT1-Podcast. Er sprach über hohe Energie- und Lohnkosten, zunehmende Bürokratie und die Zukunft regionaler Betriebe. Im Gespräch mit Gerald Schlager fordert er politische Strukturreformen – sonst drohe der wirtschaftliche Rückschritt.

Im aktuellen HT1-Podcast spricht Michael Benninger, Geschäftsführer des Weltmarktführers Promotech aus Schalchen, offen über die Herausforderungen für die heimische Industrie. Als Vorsitzender der Jungen Wirtschaft Braunau kennt er die Sorgen vieler Betriebe – von Energiepreisen über Bürokratie bis hin zum Nachwuchsmangel.

„Alleine die Stromkosten an unserem Standort in Österreich betragen 1,2 Millionen Euro jährlich – im Vergleich zu nur 300.000 Euro in Indien bei gleichen Verbrauchsmengen“, so Benninger. Die Konkurrenzfähigkeit leide massiv unter diesen Rahmenbedingungen. Auch die Lohnkosten seien ein Problem: „Seit 2021 sind die Personalkosten in unserer Branche in Österreich um fast 30 % gestiegen – in Deutschland waren es nur 17 %“, erklärt Benninger.

Neben wirtschaftlichen Faktoren sieht er auch politischen Reformbedarf: „Es ist fünf vor zwölf – wir brauchen eine echte Strukturreform. Die Maßnahmen der Regierung sind leider nur ein müdes Lächeln wert“, sagt Benninger deutlich.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die zunehmende Bürokratie durch EU-Verordnungen wie das Lieferkettengesetz oder NIS2: „Wir beschäftigen mittlerweile mehrere Mitarbeiter nur für Nachhaltigkeit und andere Richtlinien – das ist keine Produktivität, das kostet nur Geld“, so Benninger weiter.

Promotech reagiert mit massiver Automatisierung: „Wir haben über 180 Roboter im Einsatz – das entspricht etwa 1300 Arbeitskräften in der Produktion“, schildert der Unternehmer. Auch in der Administration setzt das Unternehmen auf Digitalisierung und Prozessoptimierung, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Besonders sorgt sich Benninger um das Fundament der regionalen Wirtschaft – die Familienbetriebe: „Viele Traditionsunternehmen finden keine Nachfolger. Junge Menschen scheuen die Selbstständigkeit, weil die Rahmenbedingungen abschrecken“, warnt er.

Abschließend macht Benninger klar: „Einen Sozialstaat kann man sich nur leisten, wenn es der Wirtschaft gut geht – aktuell gibt es aber keine Wirtschaftspolitik. Daher ist unser Sozialstaat mittelfristig gefährdet.“

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