Die Stadt Vöcklabruck arbeitet an einer langfristigen Energie-Strategie mit Wasserstoff, Photovoltaik und Fernwärme. Bürgermeister Peter Schobesberger erklärte im HT1 Podcast, welche Projekte bereits umgesetzt wurden, welche Vorteile der Standort bietet und warum Energie für Wirtschaft und Bevölkerung ein Schlüsselthema der kommenden Jahre ist.
Vöcklabruck setzt auf erneuerbare Energie und verfolgt das Ziel, die regionale Energie-Versorgung unabhängiger zu machen. Im Mittelpunkt steht dabei das Projekt „Wasserstoff Vöckla-Ager“, das bestehende Infrastruktur und regionale Ressourcen miteinander verknüpfen soll.
Bürgermeister Peter Schobesberger sieht gute Voraussetzungen für die Umsetzung: „Diese Vision ist sehr realistisch. Man kann sagen, wir sind auf halbem Weg.“
Wasserstoff soll Sommer-Energie in den Winter bringen
Das Konzept sieht vor, überschüssige Energie aus Photovoltaik-Anlagen im Sommer zur Produktion von Wasserstoff zu nutzen. Dieser soll gespeichert und in den Wintermonaten wieder für Strom und Wärme verfügbar gemacht werden.
Nach Angaben des Bürgermeisters verfügt die Region bereits über wichtige Voraussetzungen. Dazu zählen geologische Speicher-Möglichkeiten für Wasserstoff, ein bestehendes Fernwärme-Netz sowie die Funktion als Strom-Knotenpunkt.
„Es geht jetzt nur mehr darum, das zu speichern und dann effizient zu nutzen“, sagt Schobesberger.
Ausbau der Strom-Produktion läuft
Parallel dazu baut die Stadt die lokale Strom-Produktion weiter aus. Noch heuer soll das fünfte Photovoltaik-Bürgerkraftwerk entstehen. Bürgerinnen und Bürger können sich finanziell beteiligen und an den Erträgen der Anlagen mitwirken.
Die Stadt setzt dabei auf regionale Wertschöpfung und den Ausbau erneuerbarer Energie direkt vor Ort.
Energie-Einsparung bringt messbare Ergebnisse
Neben neuen Anlagen wurden in den vergangenen Jahren auch bestehende Systeme modernisiert. Ein großes Projekt war die Umstellung der öffentlichen Beleuchtung auf LED-Technik.
Insgesamt wurden 1.200 Lichtpunkte umgerüstet. Dadurch spart die Stadt laut Schobesberger rund 300.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr.
Darüber hinaus wurden weitere Maßnahmen zur Energie-Einsparung umgesetzt. Nach Angaben des Bürgermeisters konnte Vöcklabruck in den vergangenen vier Jahren im Vergleich zum Ausgangs-Szenario rund ein Drittel der benötigten Energie einsparen beziehungsweise selbst erzeugen. Das entspricht etwa einer Million Kilowattstunden.
Energie als Standort-Faktor
Für Schobesberger ist Energie längst mehr als ein Umwelt-Thema. Sie werde zunehmend zu einem wichtigen Faktor für Wettbewerbsfähigkeit, Arbeitsplätze und kommunale Finanzen.
„Das, was wir früher importieren haben müssen, damit sich in Österreich das Rad dreht, können wir jetzt daheim viel günstiger machen“, betont der Bürgermeister.
Die Stadt will den eingeschlagenen Weg deshalb weiter fortsetzen und zusätzliche Projekte im Bereich erneuerbare Energie und Elektrifizierung umsetzen.
Vöcklabruck, Bezirk Vöcklabruck, Oberösterreich
Redaktion: Gerald Schlager – Eigentümer und Geschäftsführer
Kamera: HT1 Studio
Schnitt: Gerald Schlager
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