Die anhaltende Trockenheit sorgt in Oberösterreich für massive Ernteausfälle und fehlendes Futter. Bis Ende Juli fielen nur 41 statt durchschnittlich 129 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Besonders betroffen sind Wiesen, Kartoffelfelder und Wasserversorgung.
Braune Wiesen, ausgetrocknete Böden und eine magere Kartoffelernte: Die Folgen der Trockenheit sind auch auf dem Biohof von Karin Bernauer deutlich sichtbar.
„Die Wiesen sind braun. Wir haben einmal gemäht und da war ein Viertel von dem Schnitt, den wir sonst haben. Wir haben momentan kein Futter für die Tiere“, sagt die Biobäuerin.
Besonders bei den Kartoffeln zeigen sich die Folgen. Statt rund zehn verkaufsfähiger Knollen wachsen heuer vielfach nur kleine Exemplare.
„Es ist definitiv wirtschaftlich eine schwere Zeit, weil man viel Geld in den Anbau investiert, weniger erntet und weniger verkauft. Aber es ist vor allem ein emotionales Thema. Wir gehen raus und sehen: Es passiert nichts mehr“, erklärt Bernauer.
Nur ein Drittel des üblichen Niederschlags Die Zahlen der Taskforce Trockenheit bestätigen die angespannte Lage. Bis Ende Juli wurden in Oberösterreich 41 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen. Im langjährigen Durchschnitt sind es im selben Zeitraum 129 Liter.
Auch die Grundwassersituation ist angespannt. Rund 40 Prozent der Messstellen weisen sehr niedrige und weitere 55 Prozent niedrige Wasserstände auf.
Etwa 70 Prozent der Oberflächengewässer liegen bereits unter Niederwasser. Einen flächendeckenden Trinkwassermangel gibt es derzeit nicht. Besonders gefährdet sind jedoch Hausbrunnen, Einzelversorgungen und kleine Wassergemeinschaften.
Auch beim Futter wird es knapp Für die Landwirtschaft wird damit nicht nur die Ernte, sondern auch die Versorgung der Tiere zum Problem.
„Wir haben jetzt ungefähr die Hälfte von dem Futter, das wir eigentlich brauchen würden, damit wir gut über den Winter kommen“, sagt Florian Gadermaier, Biobauer. Deshalb müsse Futter zugekauft werden. Das sei schwierig zu organisieren und werde zudem teuer.
Forderung nach Unterstützung und Klimaschutz Landesrat Stefan Kaineder fordert angesichts der Situation Unterstützung für die betroffenen Betriebe. Gleichzeitig brauche es Maßnahmen gegen die Folgen des Klimawandels.
„Wir brauchen Unterstützung für die Betriebe, die brauchen wir gleich. Da muss der Landwirtschaftsminister jetzt auch finanzielle Hilfen in Aussicht stellen. Und wir brauchen Klimaschutz“, sagt Kaineder.
Neben Klimaschutzmaßnahmen geht es auch um die Anpassung an häufigere Wetterextreme. Wasser soll länger in der Landschaft bleiben und bei Starkregen nicht möglichst schnell abfließen.
Wasser in der Landschaft halten Eine Möglichkeit sieht Biodiversitätsbotschafter und Biobauer Johann Schauer in betrieblichen Wasserspeichern. Niederschlagswasser könnte direkt am Hof gesammelt und später genutzt werden.
„Das Niederschlagswasser, das sonst ungenützt in der Vorflut landen würde, wäre gescheit, wenn man das direkt am Betrieb in einem Teich sammelt. Da ist es dann ein Wasserspeicher und dient auch dem Wasserrückhalt bei Starkregenereignissen“, erklärt Schauer.
Auch Kaineder setzt auf mehr Wasserrückhalt. Dazu gehören renaturierte Flüsse, weniger versiegelte Flächen und mehr Bäume in Städten und Gemeinden.
Trockenheit und Starkregen stellen damit zwei Seiten derselben Herausforderung dar. Wasser zurückzuhalten kann dabei helfen, landwirtschaftliche Betriebe gegen Dürre zu wappnen und gleichzeitig die Folgen von Starkregen zu reduzieren.
Oberösterreich
Redaktion: Christian Höckner, Maria Rauchegger
Kamera: Christian Höckner
Schnitt: Maria Rauchegger
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