Der Bauernbund Bezirk Schärding hat den „Treffpunkt Bauernhof“ heuer bei den Sauwald Erdäpfeln in St. Aegidi veranstaltet. Im Mittelpunkt standen der Austausch unter den Bäuerinnen und Bauern sowie die Folgen von Hitze und Dürre. Als Referenten waren Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger und Bauernbund-Präsident Georg Strasser zu Gast.
Der „Treffpunkt Bauernhof“ ist für die Bauern im Bezirk Schärding eine fixe Veranstaltung. Dabei stehen Gespräche, Einblicke in den Betriebsalltag und der Austausch über aktuelle Themen im Mittelpunkt.
Eduard Paminger, Altbauernobmann des Bezirks Schärding, betont die Bedeutung des Treffens: „Für die Bauern des Bezirkes ist es eine Traditionsveranstaltung. Man lernt verschiedene Referenten kennen und erlebt dadurch Gemeinschaft.“
Sauwald Erdäpfel als Gastgeber Gastgeber waren heuer die Sauwald Erdäpfel in St. Aegidi. Der Betrieb ist in der Region verwurzelt und setzt auf die gemeinsame Vermarktung der Kartoffeln durch die Bauern.
Nationalratsabgeordneter Manfred Hofinger sieht darin ein Beispiel für regionale Zusammenarbeit. „Die Bauern haben die Vermarktung für die Kartoffeln selbst in die Hand genommen. Das ist beispielgebend für viele andere Betriebe“, sagte Hofinger.
Dürre sorgt für große Sorgen Ein zentrales Thema des Treffens war die aktuelle Wetterlage. Hitze und Dürre setzen den landwirtschaftlichen Betrieben zu. Michaela Langer-Weninger verwies auf fehlendes Wasser und eine schlechtere Futtergrundlage für Tiere.
„Das Thema der Hitze und der Dürre macht uns auf den landwirtschaftlichen Betrieben große Sorgen, weil es teilweise auch wirklich um Existenzen geht“, sagte die Agrar-Landesrätin.
Schäden könnten deutlich steigen Bauernbund-Präsident Georg Strasser verwies auf die steigenden Schäden durch extreme Trockenheit. Zum Vergleich nannte er das Dürrejahr 2018 mit Schäden von rund 230 Millionen Euro. Für die aktuelle Dürre geht er von Schäden in Höhe von rund einer Milliarde Euro aus.
Aus seiner Sicht braucht es zusätzliche Maßnahmen, um die Zahlungsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe zu sichern. Auch die Versorgung mit Betriebsmitteln und die Lebensmittelversorgung der kommenden Jahre seien wichtige Themen.
Landwirtschaft muss sich an Klimawandel anpassen Neben der Dürre wurden weitere Folgen des Klimawandels angesprochen. Dazu zählen häufigere Starkregen-Ereignisse und eine steigende Verdunstung.
Strasser sieht deshalb auch bei der Auswahl der Kulturen und den Geschäftsmodellen der bäuerlichen Familienbetriebe Handlungsbedarf. Die Betriebe müssten sich frühzeitig mit den Veränderungen auseinandersetzen.
Mehr Wertschöpfung für die Betriebe Bauernbund-Bezirksobmann Franz Höller sprach sich dafür aus, dass die landwirtschaftlichen Betriebe stärker vom Wert ihrer Produkte profitieren. Entscheidend sei, dass jene, die Lebensmittel erzeugen und Leistungen erbringen, auch einen entsprechenden Erlös erhalten.
Der „Treffpunkt Bauernhof“ zeigte damit neben dem Austausch unter den Bauern auch die wirtschaftlichen und klimatischen Herausforderungen der Landwirtschaft auf.
Schärding, St. Aegidi
Redaktion: Tamara Zopf
Kamera: Jonas Voitl
Schnitt: Tamara Zopf
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