Streetwork Ried begleitet Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 25 Jahren im Bezirk Ried. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen bei sozialen Problemen, Krisen und Fragen des Alltags. Ziel ist es, jungen Menschen Zugang zu Hilfe und gesellschaftlicher Teilhabe zu ermöglichen.
Streetwork Ried ist ein Angebot der offenen Jugendarbeit und gehört zum Verein ISI – Initiativen für soziale Integration. Die Streetworkerinnen und Streetworker sind dort unterwegs, wo Jugendliche ihren Alltag verbringen: auf Straßen, Plätzen und in öffentlichen Räumen.
Das Angebot richtet sich an junge Menschen, die mit unterschiedlichen Herausforderungen konfrontiert sind. Themen sind unter anderem Schule, Familie, Freundschaften, Beziehungen, die erste eigene Wohnung, finanzielle Sorgen, Suchtmittelkonsum oder Konflikte mit Behörden und Polizei.
„Streetworkerinnen und Streetworker haben das große Privileg, dass wir Zeit haben mit ihnen. Wir können begleiten, uns mit dem auseinandersetzen, was sie im Alltag beschäftigt, und sie kennenlernen“, erklärt Elisabeth Möseneder von Streetwork Ried.
Vertrauen als Grundlage der Arbeit Die Arbeit der Streetworkerinnen und Streetworker beginnt meist nicht mit einer konkreten Problemlösung. Im Mittelpunkt stehen Begegnungen, Gespräche und der Aufbau von Vertrauen. Der Zugang ist freiwillig und niederschwellig.
Durch regelmäßige Kontakte entsteht ein besseres Verständnis für die Lebenssituationen der Jugendlichen. Die Streetworkerinnen und Streetworker nehmen sich Zeit, hören zu und erkennen, welche Unterstützung tatsächlich gebraucht wird.
Die Themen, mit denen Jugendliche zu Streetwork kommen, sind vielfältig. Sie reichen von Freizeitmöglichkeiten und Treffpunkten bis zu Fragen rund um Regeln, Rechte und gesellschaftliche Erwartungen.
Unterstützung bei Behörden und Krisen Eine wichtige Aufgabe von Streetwork ist die Verbindung zu bestehenden Hilfsangeboten. Wenn junge Menschen Unterstützungssysteme nicht kennen oder den Zugang nicht schaffen, helfen die Streetworkerinnen und Streetworker bei der Orientierung.
Dazu gehören Beratungen, Begleitungen zu Behörden, Unterstützung bei Polizei-Terminen oder Hilfe bei rechtlichen Fragen. Auch Begleitungen zu Gerichtsverhandlungen oder Besuche bei jungen Menschen in Haft können Teil der Arbeit sein.
Jugendliche berichten über ihre Erfahrungen Auch Jugendliche selbst beschreiben Streetwork als wichtigen Treffpunkt. Hamza erzählt, dass ihm besonders das Vertrauen und die Unterstützung gefallen: „Es ist ein vertrauenswürdiger Ort, man kann sich sehr viel anvertrauen.“
Patrick schätzt vor allem die Möglichkeit, Gespräche zu führen und Zeit mit anderen Jugendlichen zu verbringen. Neben Beratung gibt es auch gemeinsame Aktivitäten und Projekte.
Ein Beispiel ist ein Pop-up-Event, bei dem Jugendliche eigene Erfahrungen sammeln konnten. Hamza berichtet, dass ihn die Unterstützung motiviert habe, selbst auf einer Bühne aufzutreten.
Kleine Veränderungen zeigen Wirkung Die Erfolge von Streetwork sind oft nicht sofort sichtbar. Sie zeigen sich in langfristigen Entwicklungen und positiven Begegnungen.
Für Elisabeth Möseneder ist wichtig, dass Jugendliche ernst genommen werden: „Es ist wichtig, dass man den jungen Menschen Raum und Zeit gibt.“
Die Arbeit stoße in der Gesellschaft auf breite Zustimmung, erklärt Möseneder. Gleichzeitig gebe es manchmal falsche Vorstellungen über Streetwork. Hinter gemeinsamen Gesprächen oder Freizeitangeboten stehe eine intensive soziale Arbeit.
Streetwork Ried ist für Jugendliche und junge Erwachsene im gesamten Bezirk Ried zuständig und bietet Unterstützung bei vielen Herausforderungen des Erwachsenwerdens.
Streetworker sind Teil der Kinder- und Jugendhilfe des Landes Oberösterreich und werden durch das Land sowie die Sozialhilfeverbände finanziert, an denen sich die Gemeinden entsprechend ihrer Größe beteiligen.
Weitere Informationen
https://pulse.ly/pcnjpk9cn7 Ried im Innkreis, Bezirk Ried
Redaktion: Gerald Schlager, Tamara Zopf
Kamera: Andreas Bluschke
Schnitt: Tamara Zopf
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