Landeshauptmann Thomas Stelzer spricht im HT1-Sommerpodcast im Linzer Landhaus über die wirtschaftliche Lage, Gesundheit, Verkehr, Kinderbetreuung und Energie in Oberösterreich. Im Sommer 2026 stehen dabei vor allem sichere Arbeitsplätze, die Finanzierung der Gemeinden und der Ausbau erneuerbarer Energie im Mittelpunkt.
Oberösterreich steht laut Landeshauptmann Thomas Stelzer vor wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Gleichzeitig verweist er auf die starke industrielle Basis sowie auf viele kleine und mittlere Betriebe im Land.
Gerade die Entwicklung rund um KTM hat gezeigt, wie rasch wirtschaftliche Probleme eine ganze Region treffen können. Für Stelzer sind deshalb Innovation, neue Unternehmen sowie Bildungs- und Schulungsangebote wichtig.
„Das Wichtigste ist immer, dass Beschäftigung und damit Einkommen gesichert ist“, sagt Stelzer im Gespräch mit HT1.
Unterstützung für Menschen, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind, bietet das Land unter anderem über den Pakt für Arbeit und Qualifizierung.
Gesundheitsversorgung soll schneller erreichbar werden Ein weiteres Thema ist die medizinische Versorgung. Neue Medikamente und moderne Technik verbessern laut Stelzer laufend die Behandlungsmöglichkeiten. Gleichzeitig bleiben Organisation, Ausbildung und der Zugang zu medizinischen Leistungen zentrale Aufgaben.
Oberösterreich setzt dabei auch auf die Medizinische Fakultät und die Ausbildung neuer Ärztinnen und Ärzte. Zudem soll die Gesundheitsreform des Bundes weitergeführt werden.
Das Ziel sei, Patientinnen und Patienten möglichst rasch zur notwendigen medizinischen Leistung zu bringen.
Straßen und Mattigtalbahn bleiben im Fokus Für das Inn- und Hausruckviertel spielt die Verkehrs-Infrastruktur eine wichtige Rolle. Stelzer nennt dabei Straßen sowie den öffentlichen Verkehr.
Im Innviertel verweist er unter anderem auf das Straßenprojekt im Raum Munderfing und Mattighofen. Auch die Modernisierung der Mattigtalbahn steht auf der Agenda.
Neben neuen Projekten bleibt die Erhaltung bestehender Straßen eine wichtige Aufgabe für das Land und die Straßenmeistereien.
Mehr Gruppen für Kinderbetreuung Oberösterreich verfolgt weiterhin das Ziel, die Kinderbetreuung auszubauen. Nach Angaben Stelzers sind innerhalb von drei Jahren mehr als 200 neue Krabbelstuben-Gruppen und fast 80 neue Kindergarten-Gruppen entstanden.
Der Vormittag in der Betreuung ist beitragsfrei. Familien sollen laut Stelzer weiterhin selbst entscheiden können, welches Betreuungsmodell zu ihrer Lebenssituation passt.
60 Millionen Euro zusätzlich für Gemeinden Viele Gemeinden stehen derzeit finanziell unter Druck. Das betrifft unter anderem Kindergärten, Straßen, Feuerwehren, Bäder und weitere regionale Einrichtungen.
Das Land hat deshalb ein zusätzliches Gemeinde-Paket beschlossen. Insgesamt stehen laut Stelzer 60 Millionen Euro zusätzlich für die oberösterreichischen Gemeinden zur Verfügung.
Neue Steuern lehnt der Landeshauptmann ab. Stattdessen sollen vorhandene Mittel zwischen Gemeinden, Städten, Land und Bund besser organisiert werden.
Künstliche Intelligenz verändert Arbeitswelt Auch künstliche Intelligenz zählt für Oberösterreich zu den wichtigen Zukunftstechnologien. Laut Stelzer gibt es im Land bereits Ausbildungs- und Forschungsplätze sowie Unternehmen, die KI einsetzen.
Die Technologie könne Abläufe vereinfachen und Aufgaben übernehmen. Gleichzeitig verändert sie Berufsbilder und schafft neue Arbeitsmöglichkeiten.
Oberösterreich setzt auf Energie-Mix Mit dem Ausbau digitaler Technologien steigt auch der Energiebedarf. Für das stark industrialisierte Oberösterreich ist deshalb eine sichere und zugleich möglichst klimafreundliche Energieversorgung entscheidend.
Stelzer nennt Photovoltaik, Geothermie, Wasserkraft, Windkraft, Biomasse und Wasserstoff als Bestandteile eines breiten Energie-Mix.
Auch die Speicherung gewinnt an Bedeutung. Denn erneuerbare Energie entsteht nicht immer zu jenem Zeitpunkt, an dem sie benötigt wird. Deshalb seien weitere Investitionen in Speicher notwendig.
Gerade bei der Geothermie sieht Stelzer für Oberösterreich weiteres Potenzial. Entscheidend sei jedoch, verschiedene Energieformen miteinander zu verbinden.
Eigenverantwortung bleibt Thema Zum Abschluss des Gesprächs betont Stelzer die Bedeutung der Eigenverantwortung. Der Staat könne nicht jede Aufgabe übernehmen. Gleichzeitig müsse die öffentliche Hand bei großen Herausforderungen unterstützen und verantwortungsvoll mit Steuergeld umgehen.
Linz, Oberösterreich, Innviertel, Hausruckviertel, Munderfing, Mattighofen
Redaktion/Moderation: Gerald Schlager – HT1 Herausgeber und Eigentümer
Kamera: Thomas L. Jenner
Schnitt: Gerald Schlager
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