Der Sozialhilfeverband Ried informiert über seine Aufgaben im Bezirk und setzt seit 2024 auf die Pflegelehre. Ziel ist es, mehr Fachkräfte zu gewinnen und junge Menschen früh für den Pflegeberuf zu begeistern.
Der Sozialhilfeverband (SHV) im Bezirk Ried im Innkreis übernimmt weit mehr als nur den Betrieb von Alten- und Pflegeheimen. Als Zusammenschluss aller Gemeinden im Bezirk organisiert er Hilfe in sozialen Notlagen, finanziert Teile der Kinder- und Jugendhilfe und unterstützt Menschen mit Beeinträchtigungen.
„Die meisten Menschen denken bei uns an Pflegeheime. Es ist aber viel mehr dahinter“, sagt Bezirkshauptfrau und SHV-Obfrau Yvonne Weidenholzer. Neben stationärer Pflege bietet der Verband auch Beratung und mobile Dienste an.
200.000 Essen pro Jahr Ein zentrales Angebot ist „Essen auf Rädern“. Jährlich liefern die Küchen in Ried, Eberschwang und Obernberg rund 200.000 Mahlzeiten aus. Ehrenamtliche des Roten Kreuzes bringen das Essen täglich zu den Menschen nach Hause.
Pflegelehre soll Personal sichern Um dem Personalmangel entgegenzuwirken, setzt der SHV auf die Pflegelehre. Ende Februar 2024 starteten die ersten zwei Lehrlinge – als eines der ersten Modelle in Oberösterreich.
Heimleiterin Sieglinde Grimmer sieht darin einen wichtigen Schritt: „Die Jugendlichen sind ein wichtiger Teil unseres Personals und tragen viel zur Qualität unserer Arbeit bei.“
Jugendliche unter 17 Jahren übernehmen vor allem unterstützende Aufgaben. Sie begleiten Pflegekräfte, beschäftigen Bewohner oder helfen im Alltag. So lernen sie den Beruf früh kennen und bauen Berührungsängste ab.
Pionierarbeit im Bezirk Der Start der Pflegelehre erforderte neue Strukturen. Gemeinsam mit Partnern entwickelte der SHV ein eigenes Ausbildungskonzept, inklusive Übungsstationen und Lehrlingsbegleitung.
Weidenholzer betont: „Wir haben uns gedacht: Geht nicht, gibt es nicht – wir probieren das einfach.“ Inzwischen ist die Zahl der Lehrlinge bereits gestiegen.
Umgang mit schwierigen Themen Auch mit Themen wie Tod und Sterben werden die Jugendlichen schrittweise vertraut gemacht. Laut Grimmer kommen viele besser damit zurecht als erwartet, da sie eng begleitet werden.
Erwartungen an den Sozialhilfeverband steigen Der SHV sieht sich zunehmend mit hohen Erwartungen konfrontiert. Viele Menschen erwarten umfassende Lösungen in sozialen Fragen. Gleichzeitig steigen Bedarf und Druck auf das System.
Weidenholzer fordert mehr Eigenverantwortung: „Es soll eine Unterstützung sein. Aber wir können nicht alle Wünsche und Bedürfnisse vollständig abdecken.“
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Redaktion: Gerald Schlager
Kamera: HT1 Podcast Studio
Schnitt: Gerald Schlager
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