Ried: Arzt sieht Patienten in Eigenverantwortung für Gesundheit

Ried: Arzt sieht Patienten in Eigenverantwortung für Gesundheit

Zwei Männer stehen in einem modernen Studio, diskutieren während eines Podcasts. Im Vordergrund befindet sich eine Grafik mit dem Titel „Arzt ist für Gesundheit zuständig?“ und den Namen der Teilnehmer.
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Podcast - Studiotalk / Ried
08.04.2026
Wer ist für die eigene Gesundheit zuständig? Diese Frage klärt ein HT1-Podcast mit Dr. Johannes Huber vom Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried. Er erklärt, warum nicht der Arzt, sondern vor allem jeder Mensch selbst Verantwortung trägt – und was das für das Gesundheitssystem bedeutet.

Mehrheit sieht Arzt in der Pflicht
Viele Menschen in Oberösterreich sehen den Arzt als Hauptverantwortlichen für ihre Gesundheit. Laut Dr. Johannes Huber zeigt eine Umfrage, dass rund zwei Drittel diese Ansicht vertreten. Nur ein kleiner Teil sieht sich selbst in der Verantwortung.
Für Huber ist das ein falscher Ansatz. Gesundheit beginne lange vor einer Krankheit. Genau dort müsse auch das Umdenken starten.

Gesundheit beginnt vor der Krankheit
Der Mediziner kritisiert ein verbreitetes Verständnis von Gesundheit. Oft werde sie erst wahrgenommen, wenn jemand krank war.
„Der eigentliche Gesundheitsbegriff sollte so definiert sein, dass alles, was vor einer Krankheit liegt, Gesundheit ist“, sagt Johannes Huber, ärztlicher Direktor in Ried.
Damit rückt die Eigenverantwortung in den Fokus. Jeder Mensch könne aktiv dazu beitragen, gesund zu bleiben.

Rolle des Arztes als Begleiter
Die Aufgabe der Ärzte sieht Huber nicht nur in der Behandlung. Vielmehr versteht er sie als Begleiter über das gesamte Leben hinweg.
Hausärzte übernehmen dabei eine zentrale Rolle. Sie betreuen Patientinnen und Patienten oft über viele Jahre und betrachten nicht nur einzelne Beschwerden, sondern den gesamten Menschen.

Kritik an Reparaturmedizin
Historisch habe sich laut Huber ein System entwickelt, das stark auf Behandlung ausgerichtet ist. Vor allem seit den 1970er- und 1980er-Jahren sei die Medizin stärker zur „Reparaturmedizin“ geworden.
Das habe auch die Erwartung geprägt, dass Ärzte Probleme schnell lösen. Dieses Denken beeinflusst bis heute die Wahrnehmung von Gesundheit.

Wartezeiten und Erwartungen
Auch bei Wartezeiten sieht Huber ein gesellschaftliches Problem. Viele Menschen erwarten sofortige Behandlungen.
Nicht akute Eingriffe sollten jedoch geplant werden. So könne das System Ressourcen besser nutzen und gleichzeitig akute Fälle schnell versorgen.

Prävention beginnt in der Kindheit
Gesundheit startet laut Huber bereits bei der Geburt. Eltern, Kindergarten und Schule spielen eine entscheidende Rolle.
Frühe Gesundheitsbildung sei wichtig. Was Kinder nicht lernen, lasse sich später oft schwer nachholen.

Mehr Geld bringt nicht automatisch mehr Gesundheit
Trotz hoher Ausgaben im Gesundheitssystem sieht Huber keinen direkten Zusammenhang mit besserer Gesundheit.
Er verweist auf Länder wie Spanien. Dort leben Menschen länger und gesünder, obwohl weniger Geld zur Verfügung steht.

Sensibler Umgang mit Gesundheitsdaten
Beim Thema Gesundheitsdaten zeigt sich ein Spannungsfeld. Viele Menschen geben persönliche Daten nur ungern weiter.
Huber sieht darin vor allem emotionale Gründe. Gesundheit sei ein sensibles Thema. Gleichzeitig würden viele im Alltag bereits zahlreiche Daten preisgeben.

Ried

Redaktion: Gerald Schlager
Kamera: HT1 Podcaststudio
Schnitt: Gerald Schlager

‎Folge dem Kanal HT1 - Das schau ich mir an! auf WhatsApp: https://pulse.ly/gavsummoj4

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Podcast - Studiotalk / Ried
08.04.2026
Wer ist für die eigene Gesundheit zuständig? Diese Frage klärt ein HT1-Podcast mit Dr. Johannes Huber vom Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried. Er erklärt, warum nicht der Arzt, sondern vor allem jeder Mensch selbst Verantwortung trägt – und was das für das Gesundheitssystem bedeutet.

Mehrheit sieht Arzt in der Pflicht
Viele Menschen in Oberösterreich sehen den Arzt als Hauptverantwortlichen für ihre Gesundheit. Laut Dr. Johannes Huber zeigt eine Umfrage, dass rund zwei Drittel diese Ansicht vertreten. Nur ein kleiner Teil sieht sich selbst in der Verantwortung.
Für Huber ist das ein falscher Ansatz. Gesundheit beginne lange vor einer Krankheit. Genau dort müsse auch das Umdenken starten.

Gesundheit beginnt vor der Krankheit
Der Mediziner kritisiert ein verbreitetes Verständnis von Gesundheit. Oft werde sie erst wahrgenommen, wenn jemand krank war.
„Der eigentliche Gesundheitsbegriff sollte so definiert sein, dass alles, was vor einer Krankheit liegt, Gesundheit ist“, sagt Johannes Huber, ärztlicher Direktor in Ried.
Damit rückt die Eigenverantwortung in den Fokus. Jeder Mensch könne aktiv dazu beitragen, gesund zu bleiben.

Rolle des Arztes als Begleiter
Die Aufgabe der Ärzte sieht Huber nicht nur in der Behandlung. Vielmehr versteht er sie als Begleiter über das gesamte Leben hinweg.
Hausärzte übernehmen dabei eine zentrale Rolle. Sie betreuen Patientinnen und Patienten oft über viele Jahre und betrachten nicht nur einzelne Beschwerden, sondern den gesamten Menschen.

Kritik an Reparaturmedizin
Historisch habe sich laut Huber ein System entwickelt, das stark auf Behandlung ausgerichtet ist. Vor allem seit den 1970er- und 1980er-Jahren sei die Medizin stärker zur „Reparaturmedizin“ geworden.
Das habe auch die Erwartung geprägt, dass Ärzte Probleme schnell lösen. Dieses Denken beeinflusst bis heute die Wahrnehmung von Gesundheit.

Wartezeiten und Erwartungen
Auch bei Wartezeiten sieht Huber ein gesellschaftliches Problem. Viele Menschen erwarten sofortige Behandlungen.
Nicht akute Eingriffe sollten jedoch geplant werden. So könne das System Ressourcen besser nutzen und gleichzeitig akute Fälle schnell versorgen.

Prävention beginnt in der Kindheit
Gesundheit startet laut Huber bereits bei der Geburt. Eltern, Kindergarten und Schule spielen eine entscheidende Rolle.
Frühe Gesundheitsbildung sei wichtig. Was Kinder nicht lernen, lasse sich später oft schwer nachholen.

Mehr Geld bringt nicht automatisch mehr Gesundheit
Trotz hoher Ausgaben im Gesundheitssystem sieht Huber keinen direkten Zusammenhang mit besserer Gesundheit.
Er verweist auf Länder wie Spanien. Dort leben Menschen länger und gesünder, obwohl weniger Geld zur Verfügung steht.

Sensibler Umgang mit Gesundheitsdaten
Beim Thema Gesundheitsdaten zeigt sich ein Spannungsfeld. Viele Menschen geben persönliche Daten nur ungern weiter.
Huber sieht darin vor allem emotionale Gründe. Gesundheit sei ein sensibles Thema. Gleichzeitig würden viele im Alltag bereits zahlreiche Daten preisgeben.

Ried

Redaktion: Gerald Schlager
Kamera: HT1 Podcaststudio
Schnitt: Gerald Schlager

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