Der Reinhalteverband Trattnachtal (RHV) reinigt seit 1974 Abwasser für mittlerweile 15 Gemeinden. Die zentrale Kläranlage in Wallern ist seit 1982 in Betrieb. Neben sauberem Wasser entsteht dort auch Energie aus Klärschlamm und biogenen Abfällen.
Die Abwässer aus den Gemeinden gelangen über ein Netz aus Hauptsammlern entlang der Trattnach und des Innbachs zur Kläranlage. Dort erfolgt die Reinigung in mehreren Stufen – mechanisch, biologisch und chemisch.
„Unser Ziel ist, die Abwasserentsorgung der Mitgliedsgemeinden so effizient und nachhaltig wie möglich zu gestalten“, sagt Dominik Richtsteiger, Obmann des RHV Trattnachtal. Die Anlage werde laufend modernisiert, um hohe Umweltstandards zu sichern und die Kosten für die Gemeinden gering zu halten.
Gemeinden setzen auf zentrale Lösung 15 Gemeinden sind Teil des Verbandes. Die zentrale Kläranlage bringt Vorteile im Betrieb und bei der Organisation. Know-how und Personal sind gebündelt.
„Wir profitieren vom großen Know-how der Geschäftsführung und vom Können der Mitarbeiter“, sagt Maria Pachner, Bürgermeisterin von Grieskirchen. Aufgaben lassen sich so zentral und effizient erledigen.
Mehrstufige Reinigung des Abwassers Die Reinigung beginnt mit der Entfernung grober Bestandteile. Danach trennen sich Sand und Fett. Im nächsten Schritt setzen sich Schmutzstoffe im Klärbecken ab.
In den Belebungsbecken bauen Bakterien Stickstoffverbindungen ab. Zusätzlich entfernt die Anlage Phosphor chemisch. Am Ende fließt das gereinigte Wasser zurück in die Trattnach.
Biogas liefert Strom und Wärme Bei der Reinigung entstehen Klärschlämme. Diese werden in der Biogasanlage verwertet. Jährlich verarbeitet das Unternehmen rund 25.000 Tonnen biogene Abfälle sowie Schlämme aus der Kläranlage.
„Dabei entsteht nachhaltiges Biogas, das wir für Strom, Wärme oder als Biomethan nutzen“, erklärt Geschäftsführer Daniel Schürz. Das aufbereitete Gas kann in das Netz eingespeist werden oder direkt vor Ort Energie liefern.
Neue Anlagen und zusätzliche Energiegewinnung Neben der Biogasanlage betreibt der Standort auch ein Holzkraftwerk. Dieses erzeugt Strom für rund 2.000 Haushalte und liefert Wärme für die Prozesse.
Zusätzlich entsteht bei der Verarbeitung sogenannte „grüne Kohle“. Diese kann in der Landwirtschaft oder Industrie weiter genutzt werden.
Der RHV setzt damit auf eine Kombination aus Abwasserreinigung und Energieproduktion. Ziel ist eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft in der Region.
Trattnachtal, Wallern, Grieskirchen
Redaktion: Tamara Zopf
Kamera: Andreas Bluschke
Schnitt: Tamara Zopf & Andreas Bluschke
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