Politologe Mangott in Michaelnbach: „Wie sicher ist Europa“

Politologe Mangott in Michaelnbach: „Wie sicher ist Europa“

Zwei Männer im Gespräch in einem modern eingerichteten Raum mit Steinwand. Text im Bild kündigt ein Gespräch über die Sicherheit in Europa an. Hintergrunddetails sind unscharf.
FirmenTV / Grieskirchen
13.02.2026
Univ.-Prof. Dr. Gerhard Mangott spricht in Michaelnbach über Krieg, Aufrüstung und Europas Zukunft. Die Gemeinde organisiert die Informationsveranstaltung „Wie sicher ist Europa?“ - nachmittags im Gymnasium Dachsberg und am Abend in Michaelnbach. Thema sind die Folgen des Ukrainekriegs, die Rolle der USA und Europas sicherheitspolitische Eigenständigkeit.

Europa steht laut Mangott vor einem Wendepunkt. Der Krieg in der Ukraine, neue Machtansprüche großer Staaten und wirtschaftlicher Druck verändern die Weltordnung grundlegend.
„Alles, was bisher an Ordnung bekannt war, wird nicht mehr eingehalten“, sagt der Politikwissenschafter. Große Mächte setzen sich zunehmend über das Völkerrecht hinweg. Europa verliert im Vergleich zu den USA und China an Bedeutung und ist „der große Verlierer des Ukrainekrieges“.

 
Militärisch unter Druck

Mangott beschreibt Europa als sicherheitspolitisch geschwächt. Die Sicherheitsgarantie der USA wird zweifelhafter. Gleichzeitig ist Europa nicht in der Lage, sich eigenständig ausreichend zu verteidigen.
Entlang der Frontlinie von Finnland bis zum Schwarzen Meer läuft eine massive Aufrüstung beider Seiten. Das erhöht das Risiko militärischer Zwischenfälle. Einen direkten Angriff auf ein NATO-Land bezeichnet Mangott jedoch als „sehr unwahrscheinlich“.
Faktisch befindet sich Europa in einem Vorkriegszustand. Russland führt einen hybriden Krieg. Europa unterstützt die Ukraine, ist aber völkerrechtlich keine Kriegspartei.

 
Wirtschaft unter Druck

Auch wirtschaftlich steht Europa unter Belastung. Hohe Energiepreise schwächen energieintensive Industrie-Betriebe. China drängt mit Billigprodukten auf den europäischen Markt. Gleichzeitig ist die EU in außen- und sicherheits¬politische Entscheidungen eher träge.
Mangott fordert daher mehr Geschlossenheit: „Wir müssen uns als Europäer fühlen und europäisch denken.“ Entscheidungen in der Außen- und Sicherheits-Politik sollen mit Mehrheiten fallen und nicht durch einzelne Staaten gebremst werden.

 
Aufrüstung als Kraftakt

Europa rüstet auf. Nach drei Jahrzehnten mit reduzierten Streitkräften stehen nun Personalaufbau und Investitionen in Material im Fokus. Gleichzeitig unterstützt Europa die Ukraine militärisch.
Mangott spricht von einem „gewaltigen und teuren Kraftakt“, zu dem es sicherheitspolitisch keine Alternative gibt.
Auch Österreich investiert in das Bundesheer. Neue Systeme erfordern längere Ausbildungszeiten. Eine Verlängerung des Wehrdienstes ist aus seiner Sicht nachvollziehbar und nötig. Einen NATO-Beitritt Österreichs schließt er faktisch aus. Die Neutralität ist und bleibt für viele Bürger eine Identitätsfrage.

 
Diskussion in der Region

Organisiert wurde die Veranstaltung von der Arbeitsgruppe „Bildung“ und Bürgermeister Martin Dammayr im Rahmen des Projekts „Zukunft Michaelnbach 2035“.
„Wir müssen schauen, wie wir die Errungenschaften der letzten 80 Jahre absichern“, sagt Dammayr. „Frieden und europäische Zusammenarbeit sind keine Selbstverständlichkeit. Ziel der Veranstaltung ist Information und Diskussion in der Region.“

Weitere Informationen zur Gemeinde:
https://pulse.ly/32nya1tdhu

DAS UNGEKÜRZTE INTERVIEW MIT UNIV.-PROF. DR. GERHARD MANGOTT KÖNNEN SIE HIER NACHHÖREN: https://pulse.ly/c9vji98s52

Michaelnbach, Dachsberg, Universität Innsbruck

Redaktion: Margit Rumpfhuber
Kamera: Andreas Bluschke
Schnitt: Margit Rumpfhuber

‎Folge dem Kanal HT1 - Das schau ich mir an! auf WhatsApp: https://pulse.ly/tsgd9sj4rt

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Univ.-Prof. Dr. Gerhard Mangott spricht in Michaelnbach über Krieg, Aufrüstung und Europas Zukunft. Die Gemeinde organisiert die Informationsveranstaltung „Wie sicher ist Europa?“ - nachmittags im Gymnasium Dachsberg und am Abend in Michaelnbach. Thema sind die Folgen des Ukrainekriegs, die Rolle der USA und Europas sicherheitspolitische Eigenständigkeit.

Europa steht laut Mangott vor einem Wendepunkt. Der Krieg in der Ukraine, neue Machtansprüche großer Staaten und wirtschaftlicher Druck verändern die Weltordnung grundlegend.
„Alles, was bisher an Ordnung bekannt war, wird nicht mehr eingehalten“, sagt der Politikwissenschafter. Große Mächte setzen sich zunehmend über das Völkerrecht hinweg. Europa verliert im Vergleich zu den USA und China an Bedeutung und ist „der große Verlierer des Ukrainekrieges“.

 
Militärisch unter Druck

Mangott beschreibt Europa als sicherheitspolitisch geschwächt. Die Sicherheitsgarantie der USA wird zweifelhafter. Gleichzeitig ist Europa nicht in der Lage, sich eigenständig ausreichend zu verteidigen.
Entlang der Frontlinie von Finnland bis zum Schwarzen Meer läuft eine massive Aufrüstung beider Seiten. Das erhöht das Risiko militärischer Zwischenfälle. Einen direkten Angriff auf ein NATO-Land bezeichnet Mangott jedoch als „sehr unwahrscheinlich“.
Faktisch befindet sich Europa in einem Vorkriegszustand. Russland führt einen hybriden Krieg. Europa unterstützt die Ukraine, ist aber völkerrechtlich keine Kriegspartei.

 
Wirtschaft unter Druck

Auch wirtschaftlich steht Europa unter Belastung. Hohe Energiepreise schwächen energieintensive Industrie-Betriebe. China drängt mit Billigprodukten auf den europäischen Markt. Gleichzeitig ist die EU in außen- und sicherheits¬politische Entscheidungen eher träge.
Mangott fordert daher mehr Geschlossenheit: „Wir müssen uns als Europäer fühlen und europäisch denken.“ Entscheidungen in der Außen- und Sicherheits-Politik sollen mit Mehrheiten fallen und nicht durch einzelne Staaten gebremst werden.

 
Aufrüstung als Kraftakt

Europa rüstet auf. Nach drei Jahrzehnten mit reduzierten Streitkräften stehen nun Personalaufbau und Investitionen in Material im Fokus. Gleichzeitig unterstützt Europa die Ukraine militärisch.
Mangott spricht von einem „gewaltigen und teuren Kraftakt“, zu dem es sicherheitspolitisch keine Alternative gibt.
Auch Österreich investiert in das Bundesheer. Neue Systeme erfordern längere Ausbildungszeiten. Eine Verlängerung des Wehrdienstes ist aus seiner Sicht nachvollziehbar und nötig. Einen NATO-Beitritt Österreichs schließt er faktisch aus. Die Neutralität ist und bleibt für viele Bürger eine Identitätsfrage.

 
Diskussion in der Region

Organisiert wurde die Veranstaltung von der Arbeitsgruppe „Bildung“ und Bürgermeister Martin Dammayr im Rahmen des Projekts „Zukunft Michaelnbach 2035“.
„Wir müssen schauen, wie wir die Errungenschaften der letzten 80 Jahre absichern“, sagt Dammayr. „Frieden und europäische Zusammenarbeit sind keine Selbstverständlichkeit. Ziel der Veranstaltung ist Information und Diskussion in der Region.“

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