Menschen mit Multipler Sklerose und ihre Angehörigen finden beim MS Regionalclub Ried-Schärding Austausch, Information und Unterstützung. Obfrau Marlene Hellwagner und die ehemalige Obfrau Christa Wallerstorfer sprechen im aktuellen HT1-Studiogespräch über die Folgen der Erkrankung, Ängste nach der Diagnose und die Bedeutung persönlicher Kontakte in der Region. Multiple Sklerose hat viele Gesichter Multiple Sklerose kann sehr unterschiedliche Beschwerden verursachen. Sichtbare Folgen sind etwa Gangunsicherheit, Gleichgewichtsprobleme oder körperliche Einschränkungen. Betroffene sind deshalb teilweise auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen.
Daneben gibt es zahlreiche Beschwerden, die Außenstehende nicht erkennen. Dazu zählen chronische Müdigkeit, Blasenstörungen, Doppelbilder, Gefühlsstörungen oder eine erhöhte Empfindlichkeit.
Gerade diese unsichtbaren Symptome sorgen laut Marlene Hellwagner immer wieder für Erklärungsbedarf. „Eigentlich bin ich schon krank, aber man sieht es halt nicht so direkt“, beschreibt die Obfrau des MS Regionalclubs Ried-Schärding die Situation vieler Betroffener.
Diagnose verändert Alltag und Zukunftspläne Eine MS-Diagnose bringt häufig große Unsicherheit mit sich. Betroffene wissen zu Beginn nicht, wie sich die Erkrankung entwickeln wird. Dazu kommen Fragen zur Familie, zum Beruf und zur eigenen Zukunft.
Auch Hellwagner musste nach ihrer Diagnose viele Pläne neu überdenken. Bei manchen Erkrankten sind zudem berufliche Veränderungen notwendig. Körperlich belastende Berufe können schwieriger werden. In einzelnen Fällen sind Umschulungen nötig oder die Arbeitsfähigkeit nimmt mit der Zeit ab.
Auch Krankheitsschübe können den Berufsalltag beeinflussen. Sie führen bei manchen Betroffenen zu längeren Krankenständen. Deshalb ist laut Hellwagner auch Verständnis im persönlichen und beruflichen Umfeld wichtig.
Regionalclub entstand 2009 Die Idee für den MS Regionalclub Ried-Schärding entstand 2009 bei Gesprächen über Multiple Sklerose in Ried im Innkreis. Damals fehlte laut Christa Wallerstorfer eine regionale Anlaufstelle.
Der Club richtet sich an Erkrankte, Angehörige, Freunde und weitere Interessierte. Sie können sich dort über den Umgang mit der Krankheit informieren und Erfahrungen austauschen.
Der Verein unterstützt außerdem bei Anträgen, stellt Informationen zu Formularen bereit und verweist auf zuständige Institutionen. Ausflüge, Vorträge und Clubabende ergänzen das Angebot.
Persönlicher Austausch soll Mut machen Für Wallerstorfer ist der direkte Kontakt mit anderen Betroffenen besonders wichtig. Menschen mit ähnlichen Erfahrungen könnten viele Situationen besser nachvollziehen.
„Irgendwas geht immer. Ich kann mein Leben anders gestalten“, sagt Wallerstorfer. Auch mit der Erkrankung sei es möglich, weiterhin ein lebenswertes Leben zu führen.
Bei den Clubabenden stehen deshalb nicht nur Informationen im Mittelpunkt. Die Teilnehmer sprechen miteinander, essen gemeinsam und verbringen Zeit in ungezwungener Atmosphäre.
Auch jüngere Betroffene sollen angesprochen werden
Der MS Regionalclub Ried-Schärding möchte verstärkt auch jüngere Menschen erreichen. Dabei geht es sowohl um selbst Erkrankte als auch um Personen mit Betroffenen im Familien- oder Freundeskreis.
Wallerstorfer sieht im persönlichen Gespräch einen wichtigen Unterschied zu Chats und Online-Angeboten. Ein Treffen von Angesicht zu Angesicht ermögliche einen direkteren und persönlicheren Austausch.
Gleichzeitig brauche es oft Zeit, bis Menschen offen über ihre Diagnose sprechen können. Hellwagner selbst benötigte nach eigenen Angaben rund zwei Jahre, bevor sie öffentlich über ihre Erkrankung reden konnte.
Kontakt über Homepage und Clubabende Interessierte können sich zunächst auf der Homepage des MS Regionalclubs Ried-Schärding informieren. Dort finden sie Ansprechpartner, Informationen zu Multipler Sklerose, Hinweise zu Therapie- und Reha-Angeboten sowie hilfreiche Links und Formulare.
Auch Termine und Einblicke in die Aktivitäten des Clubs werden dort veröffentlicht. Danach ist ein persönliches Erstgespräch mit einem Ansprechpartner möglich.
Hellwagner fasst die zentrale Botschaft des Vereins so zusammen: „Du bist nicht allein. Es gibt immer jemanden und es gibt immer etwas.“
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Redaktion: Gerald Schlager - Eigentümer und Geschäftsführer
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