Die Stadt Mattighofen feiert 2025 ihr 40-jähriges Bestehen als Stadt und wächst auf über 8.300 Einwohner. Bürgermeister Daniel Lang spricht im HT1-Stadt- & Wirtschaftstalk über die wirtschaftliche Entwicklung, den Sparkurs der Gemeinde, die Rolle von KTM und neue Regeln für die Vereinsförderung. Das Gespräch fand im HT1-Podcast-Studio in Mattighofen statt.
Wirtschaftliches Wachstum prägt die Stadt
Mattighofen ist in den vergangenen Jahrzehnten stark gewachsen. Treiber dieser Entwicklung waren vor allem Leitbetriebe wie KTM. Viele Beschäftigte zogen in die Stadt, gründeten Familien und erhöhten den Bedarf an Betreuung, Schulen und sozialer Infrastruktur.
„Von der Grabbelstube bis zum Altersheim gibt es bei uns in Mattighofen alles“, sagt Bürgermeister Daniel Lang. Gleichzeitig betont er, dass der Ausbau dieser Angebote für die Stadt eine dauerhafte Herausforderung bleibt.
Gemeinde spart trotz stabiler Lage
Finanziell steht Mattighofen derzeit stabil da, musste aber zuletzt auf Rücklagen zurückgreifen. Steigende Pflichtausgaben und sinkende Einnahmen setzen den Spielraum der Stadt unter Druck.
Vor allem im Bereich Kinderbetreuung, Vereinswesen und Infrastruktur musste genauer geprüft werden, welche Leistungen zu den Kernaufgaben der Gemeinde zählen. „Alles ist halt leider nicht möglich“, so Lang im Gespräch.
KTM-Stellenabbau wirkt sich auf Einnahmen aus
Der Stellenabbau bei KTM hat direkte Folgen für das Stadtbudget. Sinkende Kommunalsteuern treffen auf steigende Beiträge für Sozialhilfe und Krankenanstalten, die von der Gemeinde nicht beeinflusst werden können.
Lang sieht den Standort dennoch langfristig gesichert. KTM sei dabei, sich wirtschaftlich neu aufzustellen, um für die Zukunft gerüstet zu sein.
Saalmieten und neue Regeln für Vereine
Eine Gebarensprüfung des Landes zeigte Sparpotenziale auf. Unter anderem wurden vergünstigte Saalmieten für örtliche Vereine beanstandet. Diese mussten angepasst werden, da EU-rechtlich alle Nutzer gleich behandelt werden müssen.
Künftig zahlen auch lokale Vereine Miete für Veranstaltungen in der Sepp-Öller-Sporthalle, im Stadtsaal oder im Schloss.
Punktesystem soll Vereinsförderung fair machen
Um Subventionen transparenter zu verteilen, hat die Stadt ein neues Punktesystem eingeführt. Vereine sammeln Punkte etwa durch Jugendarbeit, Mitgliederzahl, Tradition oder Beteiligung an Gemeindeveranstaltungen.
Ein Beispiel ist die jährliche Flurreinigungsaktion. Vereine, die sich beteiligen, erhalten dafür Punkte. „Das ist schön für die Gemeinschaft und für die Stadt“, sagt Lang. Die maximale Punktezahl liegt bei 72. Ab 33 Punkten gibt es eine volle Förderung.
Wenig Platz, hohe Kosten für Schulbau
Mattighofen ist flächenmäßig eine der kleinsten Gemeinden im Bezirk Braunau. Besonders im Schulbereich stößt die Stadt an ihre Grenzen. Die Allgemeine Sonderschule wurde neu gebaut, muss aber bald erweitert werden.
Da Mattighofen auch Aufgaben für den gesamten Bezirk übernimmt, fordert der Bürgermeister eine fairere Finanzierung. „Wenn Gemeinden Aufgaben übernehmen, dann müssen auch die finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden“, betont Lang.
Weitere Informationen zur Stadt Mattighofen gibt es unter: 👉
https://pulse.ly/wzevvry0ml Mattighofen, Bezirk Braunau
Redaktion: Gerald Schlager
Kamera: HT1 Podcast Studio
Schnitt: Gerald Schlager
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