Nach drei Jahren Rezession erwartet Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus Achleitner für 2026 eine Trendwende in Oberösterreich. Im HT1 Sommerpodcast spricht er über Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Energiewende und Tourismus. Dabei geht es auch um die Zukunft des Inn- und Hausruckviertels sowie um die Herausforderungen durch den Fachkräfte-Mangel.
Oberösterreichs Wirtschaft hat laut Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus Achleitner schwierige Jahre hinter sich. Drei Jahre Rezession hätten viele Unternehmen stark belastet. Für 2026 zeichnet sich jedoch eine Verbesserung ab. „Das Jahr 2026 dürfte so das Jahr der Trendwende werden“, sagt Achleitner im HT1 Sommerpodcast.
Der Arbeitsmarkt zeigt sich trotz der wirtschaftlichen Lage stabil. Die Arbeitslosenquote liegt laut Achleitner bei 4,9 Prozent und damit unter dem österreichischen Durchschnitt. Viele Betriebe würden ihre Mitarbeiter bewusst halten, weil Fachkräfte künftig noch stärker gefragt sein werden.
Fachkräfte bleiben zentrale Herausforderung
Besonders die demografische Entwicklung beschäftigt Politik und Wirtschaft. Derzeit arbeiten rund 700.000 Menschen in Oberösterreich. Bis 2030 könnten laut Achleitner rund 83.000 Arbeitskräfte fehlen. Bis 2040 steigt diese Zahl auf mehr als 151.000 Personen.
Als Antwort darauf setzt das Land auf Digitalisierung, Automatisierung und Weiterbildung. Für Qualifizierungsmaßnahmen stehen heuer rund 400 Millionen Euro zur Verfügung. Damit sollen etwa 117.000 Menschen weitergebildet werden.
Rekord-Investitionen in Forschung und Regionen
Um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, investiert das Land Oberösterreich nach Angaben des Landesrates so viel wie noch nie in Forschung und Innovation. Das Forschungsbudget liegt bei 114 Millionen Euro.
Zusätzlich wurden die Investitionen des Landes auf rund 800 Millionen Euro erhöht. Davon profitieren Gemeinden, Bauprojekte, Feuerwehren, Schulen und regionale Betriebe. Gerade für das industriell geprägte Inn- und Hausruckviertel seien diese Maßnahmen wichtig.
Energiewende schreitet voran
Auch beim Ausbau erneuerbarer Energien sieht Achleitner Oberösterreich auf Kurs. Die Zahl der Photovoltaik-Anlagen ist von rund 25.000 im Jahr 2018 auf mehr als 140.000 gestiegen.
Neben Photovoltaik setzt das Land auf den Ausbau von Wasserkraft, Windkraft und Speicherlösungen. Laut Achleitner sei ein ausgewogener Energiemix notwendig, um den steigenden Strombedarf langfristig abzusichern.
Zur Diskussion über neue Windkraft-Projekte betont er die Bedeutung von Information und Dialog. Die Energiewende werde sichtbar sein und benötige entsprechende Infrastruktur.
Tourismus setzt auf starke Regionen
Im Tourismus verweist Achleitner auf die Zusammenlegung der Tourismusverbände. Aus ehemals 104 Verbänden wurden sieben große Regionen. Dazu gehört auch das Quellenviertel.
Ziel sei es, die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Größere Regionen könnten Marketingmaßnahmen effizienter umsetzen und sich besser gegen andere Tourismus-Destinationen behaupten.
Google-Investition als Signal für den Standort
Als wichtigen Erfolg für den Wirtschaftsstandort bezeichnet Achleitner die geplante Ansiedlung eines großen Google-Rechenzentrums in Oberösterreich. Die Entscheidung sei aufgrund der starken Industrie, der Forschungslandschaft, der Fachkräfte und der verlässlichen Standortpolitik gefallen.
Das Projekt soll laut Achleitner Investitionen in Milliardenhöhe auslösen und neue Chancen für Forschung, Digitalisierung und Betriebsansiedlungen schaffen.
Mit Blick auf die kommenden Jahre sieht der Landesrat vor allem Innovation, Leistungsbereitschaft und Wettbewerbsfähigkeit als entscheidende Faktoren für den Erfolg Oberösterreichs.
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Redaktion: Gerald Schlager - Eigentümer und Geschäftsführer
Kamera: HT1 Podcast Studio
Schnitt: Gerald Schlager
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