Mit dem Musiktheater „Land und Wille“ wird in Haag am Hausruck die Zeit der Bauernkriege lebendig. Mehr als 100 Musikerinnen und Musiker, ein Männerchor und eine Erzählerstimme erzählen die Geschichte der Zwillinge Agnes und Andreas. Die Aufführung ist Teil der communale Oberösterreich.
Geschichte wird in Haag am Hausruck zur Musik. Das Werk „Land und Wille“ führt das Publikum zurück ins Jahr 1626, mitten in die Zeit der Bauernkriege.
Im Mittelpunkt stehen die Zwillinge Agnes und Andreas. Sie wachsen auf einem Bauernhof auf. Die politischen und gesellschaftlichen Ereignisse ihrer Zeit verändern ihr Leben grundlegend.
„Ich erzähle im Prinzip die Geschichte von Agnes und Andreas. Das sind Zwillinge, die auf einem Hof aufwachsen, im Jahr 1626, in dem eben diese Bauernkriege stattfinden“, erklärt Kevin Krennhuber, Schauspieler und Sprecher.
Musik erzählt Geschichte Liebe, Familie, Verlust und Sehnsucht sind zentrale Themen des Stücks. Die Musik stammt vom Haager Komponisten Georg Wiesinger. Sie begleitet die Handlung nicht nur, sondern verstärkt auch die Stimmungen der einzelnen Szenen.
„Der Komponist Georg Wiesinger hat sehr cineastisch komponiert. Die Musik unterstützt die Stimmungen im Text. Es ist sehr dramatisch, aber auch traurig und durch die Szenen durchkomponiert“, sagt Martin Honzik, Projektleiter der communale.
Die Idee für das Auftragswerk entstand bereits vor rund zehn Jahren. 2017 wurde „Land und Wille“ von der Marktmusikkapelle Haag am Hausruck erstmals im Brucknerhaus Linz aufgeführt.
Bei der Neuauflage im Rahmen der communale oö wird die Geschichte aus der Feder der Aschacher Drehbuchautoren Sarah Wassermair und Michael Schreckenberg von Schauspieler und Sprecher Kevin Krennhuber zum Leben erweckt.
Nun kehrt das Werk nach Haag zurück. Die Aufführung ist einer der Höhepunkte der communale Oberösterreich.
Mehr als 100 Menschen auf der Bühne Blasmusik und Männerchor bilden gemeinsam einen großen Klangkörper. Mehr als 100 Mitwirkende bringen die Geschichte auf die Bühne.
„Es ist der Versuch, Geschichte zu erzählen, wie es den normalen Menschen damals gegangen ist. Über 100 Menschen auf der Bühne klingen eigentlich wie ein Symphonieorchester. Es besteht aber aus Blasmusik und Männerchor“, sagt Kevin Krennhuber.
Damit wird die Aufführung selbst zum Beispiel für den Gemeinschaftsgedanken, den das Stück vermittelt.
Fragen, die bis heute aktuell sind „Land und Wille“ erzählt zwar von einer Zeit vor rund 400 Jahren. Die Themen reichen jedoch bis in die Gegenwart. Es geht um eingeschränkte Möglichkeiten, persönliche Verantwortung und die Frage, wann Menschen für andere einstehen.
„Diese Ausweglosigkeit, dass man in ein Leben geboren wird, wo man im Gegensatz zu heute nicht so viele Möglichkeiten hat, sein Leben zu gestalten. Wenn die Ereignisse rundherum dir keine Wahl lassen, musst du aufstehen und dein Leben riskieren, um die Situation für alle zu verbessern“, beschreibt Hermann Pumberger, Präsident des Oberösterreichischen Blasmusikverbandes.
Auch für Bürgermeister Konrad Binder liegt darin eine aktuelle Botschaft. „In unserer heutigen Gesellschaft hat man das Gefühl, dass es viel leichter ist zu spalten oder die Unterschiede zwischen den Menschen zu finden. Ich glaube, es ist viel wichtiger zu schauen, wo die Gemeinsamkeiten liegen und was man durch Zusammenarbeit zusammenbringen kann.“
So verbindet „Land und Wille“ historische Ereignisse mit einer Frage der Gegenwart: Was kann entstehen, wenn Menschen gemeinsam für eine Sache einstehen?
Haag am Hausruck, Linz
Redaktion: Elena Schlager
Kamera: Gerald Schlager
Schnitt: Maria Rauchegger
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