Kaineder spricht über Trockenheit, Wasser und Windkraft in Oberösterreich

Kaineder spricht über Trockenheit, Wasser und Windkraft in Oberösterreich

Zwei Männer stehen vor einem modernen Hintergrund mit Kameras und technischen Geräten. Darunter steht: „Wasser, Windkraft und Deponie – HT1 Sommerpodcast mit LR Stefan Kaineder“.
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Podcast - Studiotalk
23.09.2026
Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder spricht im HT1 Sommerpodcast mit Gerald Schlager über Trockenheit, Wasserversorgung und Klimaanpassung in Oberösterreich. Weitere Themen sind eine geplante Baurestmassendeponie in Weibern, der Windpark im Kobernaußerwald sowie der direkte Austausch mit der Bevölkerung.

Fast 1.000 Anrufe nach Telefon-Kampagne
Zu Beginn des Sommergesprächs berichtet Kaineder über seine Kampagne, bei der er seine persönliche Handynummer veröffentlicht hat. Nach seinen Angaben haben ihn seit Mai fast 1.000 Menschen aus Oberösterreich angerufen.
Dabei gehe es unter anderem um Energieversorgung, Windkraft und persönliche Sorgen. Aus einzelnen Gesprächen seien auch Besuche bei Betrieben und Bauernhöfen entstanden.
Kaineder sieht darin einen direkten Zugang zur Bevölkerung. Auch unterschiedliche politische Ansichten seien Teil dieser Gespräche.

Trockenheit belastet Landwirtschaft
Ein Schwerpunkt des Gesprächs ist die anhaltende Trockenheit. Laut Kaineder haben bereits zwei Winter zu wenig Niederschlag gebracht. Die Folgen seien inzwischen auch beim Grundwasser und in der Landwirtschaft zu spüren.
Bei Besuchen auf Bauernhöfen habe er gesehen, dass teilweise kaum mehr Futter wächst. Für Betriebe stelle sich deshalb die Frage, ob Futter zugekauft oder Vieh verkauft werden müsse.
Auch hohe Temperaturen würden Pflegeheime, Kindergärten und Krankenhäuser belasten.

Entsiegelung soll Wasser im Boden halten
Als eine mögliche Anpassung nennt Kaineder die Entsiegelung von Flächen. Asphalt heize sich stark auf. Außerdem fließe Regenwasser dort schnell in den Kanal ab.
Durch Rasengittersteine und andere durchlässige Flächen könne Wasser dagegen versickern und zum Grundwasser gelangen. Auch Renaturierungen von Flüssen nennt Kaineder als Maßnahme. Flüsse hätten dadurch bei Starkregen mehr Platz und könnten gleichzeitig mit Niedrigwasser besser umgehen.
„Wasser ist kostbar und gerade wenn es wenig davon gibt, wenn es wenig regnet, muss man sehr, sehr sorgsam mit Trinkwasser umgehen“, sagt Kaineder.

Kaineder: Wasserversorgung ist besser vernetzt
Nach Angaben des Landesrats gibt es in Oberösterreich rund 1.500 Wasserversorger. Bei etwa 40 bis 50 davon sei die verfügbare Wassermenge knapp oder nicht ausreichend.
Kaineder verweist dabei auf Investitionen in die Vernetzung der Wasserversorgung. Laut seinen Angaben fließen dafür seit Jahren jährlich mehr als 40 Millionen Euro.
Als Vergleich nennt er das Dürrejahr 2003. Damals seien rund 12.000 Versorgungsfahrten durch Feuerwehren notwendig gewesen. Im im Gespräch genannten Vergleichsjahr seien es rund 1.200 gewesen.

Dämmung, Beschattung und Photovoltaik als Maßnahmen
Für Haushalte nennt Kaineder mehrere Möglichkeiten zur Anpassung an Hitze und Trockenheit. Dazu gehören eine gute Gebäudedämmung, Beschattung und weniger versiegelte Flächen.
Zudem spricht er sich für Photovoltaik und Elektromobilität aus. Gleichzeitig brauche es aus seiner Sicht politische Rahmenbedingungen, um den Ausstoß von CO₂ zu senken.

Baurestmassendeponie in Weibern wird geprüft
Auch eine geplante Baurestmassendeponie in Weibern im Bezirk Grieskirchen ist Thema des Sommergesprächs. Laut Kaineder wurde ein Antrag zur Feststellung einer möglichen Pflicht zur Umweltverträglichkeitsprüfung, kurz UVP, gestellt.
Dabei werde geprüft, ob für das Vorhaben eine UVP erforderlich ist. Kaineder äußert sich kritisch zum Projekt und fordert, den tatsächlichen Bedarf für eine weitere Deponie stärker zu berücksichtigen.
Er verweist dabei auf den Landesabfallwirtschaftsplan. Nach seiner Darstellung weist dieser bei Baurestmassen derzeit keinen zusätzlichen Bedarf aus. Ob dieser Punkt im konkreten Verfahren berücksichtigt werden kann, richte sich jedoch nach den gesetzlichen Vorgaben.

Windpark Kobernaußerwald im UVP-Verfahren
Beim geplanten Windpark im Kobernaußerwald sieht Kaineder eine andere Ausgangslage. Er verweist auf bestehende Windräder in Munderfing und berichtet von positiver Resonanz aus Teilen der Bevölkerung.
Für das Projekt läuft ein UVP-Verfahren. Auch die aktuellen Kundmachungen des Landes Oberösterreich führen den Windpark Kobernaußerwald als UVP-Genehmigungsverfahren.
Kaineder spricht sich grundsätzlich für einen weiteren Ausbau der Windkraft aus. Im Interview verweist er zugleich auf mögliche Einschränkungen durch Übungsflüge des Bundesheeres.

Direkter Austausch soll weitergehen
Zum Abschluss kündigt Kaineder an, weiterhin telefonisch für Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern erreichbar zu sein. Für ihn sei der direkte Austausch eine Möglichkeit, Anliegen und Probleme aus verschiedenen Regionen Oberösterreichs unmittelbar kennenzulernen.

Oberösterreich, Innviertel, Hausruckviertel, Weibern, Bezirk Grieskirchen, Kobernaußerwald, Munderfing, Aschach, Gusen, Mattig

Redaktion: Gerald Schlager - Eigentümer und Geschäftsführer
Kamera: HT1 Podcaststudio
Schnitt: Gerald Schlager

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Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder spricht im HT1 Sommerpodcast mit Gerald Schlager über Trockenheit, Wasserversorgung und Klimaanpassung in Oberösterreich. Weitere Themen sind eine geplante Baurestmassendeponie in Weibern, der Windpark im Kobernaußerwald sowie der direkte Austausch mit der Bevölkerung.

Fast 1.000 Anrufe nach Telefon-Kampagne
Zu Beginn des Sommergesprächs berichtet Kaineder über seine Kampagne, bei der er seine persönliche Handynummer veröffentlicht hat. Nach seinen Angaben haben ihn seit Mai fast 1.000 Menschen aus Oberösterreich angerufen.
Dabei gehe es unter anderem um Energieversorgung, Windkraft und persönliche Sorgen. Aus einzelnen Gesprächen seien auch Besuche bei Betrieben und Bauernhöfen entstanden.
Kaineder sieht darin einen direkten Zugang zur Bevölkerung. Auch unterschiedliche politische Ansichten seien Teil dieser Gespräche.

Trockenheit belastet Landwirtschaft
Ein Schwerpunkt des Gesprächs ist die anhaltende Trockenheit. Laut Kaineder haben bereits zwei Winter zu wenig Niederschlag gebracht. Die Folgen seien inzwischen auch beim Grundwasser und in der Landwirtschaft zu spüren.
Bei Besuchen auf Bauernhöfen habe er gesehen, dass teilweise kaum mehr Futter wächst. Für Betriebe stelle sich deshalb die Frage, ob Futter zugekauft oder Vieh verkauft werden müsse.
Auch hohe Temperaturen würden Pflegeheime, Kindergärten und Krankenhäuser belasten.

Entsiegelung soll Wasser im Boden halten
Als eine mögliche Anpassung nennt Kaineder die Entsiegelung von Flächen. Asphalt heize sich stark auf. Außerdem fließe Regenwasser dort schnell in den Kanal ab.
Durch Rasengittersteine und andere durchlässige Flächen könne Wasser dagegen versickern und zum Grundwasser gelangen. Auch Renaturierungen von Flüssen nennt Kaineder als Maßnahme. Flüsse hätten dadurch bei Starkregen mehr Platz und könnten gleichzeitig mit Niedrigwasser besser umgehen.
„Wasser ist kostbar und gerade wenn es wenig davon gibt, wenn es wenig regnet, muss man sehr, sehr sorgsam mit Trinkwasser umgehen“, sagt Kaineder.

Kaineder: Wasserversorgung ist besser vernetzt
Nach Angaben des Landesrats gibt es in Oberösterreich rund 1.500 Wasserversorger. Bei etwa 40 bis 50 davon sei die verfügbare Wassermenge knapp oder nicht ausreichend.
Kaineder verweist dabei auf Investitionen in die Vernetzung der Wasserversorgung. Laut seinen Angaben fließen dafür seit Jahren jährlich mehr als 40 Millionen Euro.
Als Vergleich nennt er das Dürrejahr 2003. Damals seien rund 12.000 Versorgungsfahrten durch Feuerwehren notwendig gewesen. Im im Gespräch genannten Vergleichsjahr seien es rund 1.200 gewesen.

Dämmung, Beschattung und Photovoltaik als Maßnahmen
Für Haushalte nennt Kaineder mehrere Möglichkeiten zur Anpassung an Hitze und Trockenheit. Dazu gehören eine gute Gebäudedämmung, Beschattung und weniger versiegelte Flächen.
Zudem spricht er sich für Photovoltaik und Elektromobilität aus. Gleichzeitig brauche es aus seiner Sicht politische Rahmenbedingungen, um den Ausstoß von CO₂ zu senken.

Baurestmassendeponie in Weibern wird geprüft
Auch eine geplante Baurestmassendeponie in Weibern im Bezirk Grieskirchen ist Thema des Sommergesprächs. Laut Kaineder wurde ein Antrag zur Feststellung einer möglichen Pflicht zur Umweltverträglichkeitsprüfung, kurz UVP, gestellt.
Dabei werde geprüft, ob für das Vorhaben eine UVP erforderlich ist. Kaineder äußert sich kritisch zum Projekt und fordert, den tatsächlichen Bedarf für eine weitere Deponie stärker zu berücksichtigen.
Er verweist dabei auf den Landesabfallwirtschaftsplan. Nach seiner Darstellung weist dieser bei Baurestmassen derzeit keinen zusätzlichen Bedarf aus. Ob dieser Punkt im konkreten Verfahren berücksichtigt werden kann, richte sich jedoch nach den gesetzlichen Vorgaben.

Windpark Kobernaußerwald im UVP-Verfahren
Beim geplanten Windpark im Kobernaußerwald sieht Kaineder eine andere Ausgangslage. Er verweist auf bestehende Windräder in Munderfing und berichtet von positiver Resonanz aus Teilen der Bevölkerung.
Für das Projekt läuft ein UVP-Verfahren. Auch die aktuellen Kundmachungen des Landes Oberösterreich führen den Windpark Kobernaußerwald als UVP-Genehmigungsverfahren.
Kaineder spricht sich grundsätzlich für einen weiteren Ausbau der Windkraft aus. Im Interview verweist er zugleich auf mögliche Einschränkungen durch Übungsflüge des Bundesheeres.

Direkter Austausch soll weitergehen
Zum Abschluss kündigt Kaineder an, weiterhin telefonisch für Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern erreichbar zu sein. Für ihn sei der direkte Austausch eine Möglichkeit, Anliegen und Probleme aus verschiedenen Regionen Oberösterreichs unmittelbar kennenzulernen.

Oberösterreich, Innviertel, Hausruckviertel, Weibern, Bezirk Grieskirchen, Kobernaußerwald, Munderfing, Aschach, Gusen, Mattig

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