Wie sollen Integration und Pflege in Oberösterreich künftig gestaltet werden?
Darüber sprach Sozial-, Integrations- und Jugendlandesrat Dr. Christian Dörfel im HT1 Sommerpodcast.
Im Mittelpunkt standen die Integrationspolitik des Landes, die Pflegestrategie 2040 und Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel.
Integration soll Leistung und Deutschkenntnisse fördern. Das Land Oberösterreich setzt bei der Integration auf klare Regeln und eine rasche Eingliederung in den Arbeitsmarkt. Gleichzeitig sollen Asylverfahren schneller abgeschlossen werden. Wer keinen Schutzanspruch erhält, soll nach Abschluss des Verfahrens das Land wieder verlassen.
„Integration sehen wir als Verpflichtung. Es ist kein Angebot, sondern wir erwarten die Anpassung an die Mehrheitsgesellschaft“, sagt Landesrat Christian Dörfel.
Als zentrale Grundlagen nennt er Deutsch als gemeinsame Sprache, Arbeit als Lebensmodell und Respekt vor der heimischen Lebensweise.
Mit der oberösterreichischen Hausordnung will das Land gemeinsame Werte vermitteln. Die Inhalte sollen über Integrationsprogramme, gesetzliche Regelungen und den Unterricht an Schulen vermittelt werden.
Fachkräfte bleiben entscheidend Oberösterreich ist in vielen Branchen auf qualifizierte Zuwanderung angewiesen. Das gilt besonders für den Gesundheits- und Sozialbereich. Gleichzeitig soll Missbrauch im Sozialsystem konsequent bekämpft werden.
Dörfel betont, dass qualifizierte Fachkräfte künftig einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung und zur Sicherung der Pflege leisten werden.
Pflegestrategie 2040 setzt auf drei Schwerpunkte Mit der Pflegestrategie 2040 bereitet sich Oberösterreich auf den steigenden Pflegebedarf vor. Bis zum Jahr 2040 rechnet das Land mit rund 40 Prozent mehr Menschen über 85 Jahren.
Die Strategie umfasst drei Bereiche: • Ausbildung zusätzlicher Pflegefachkräfte
• Ausbau der Betreuungsangebote
• Anpassungen bei Finanzierung und rechtlichen Rahmenbedingungen
Ziel ist eine wohnortnahe, qualitativ hochwertige und langfristig finanzierbare Pflege.
Neue Wohnformen und Digitalisierung Neben der klassischen Betreuung zu Hause und dem Alten- und Pflegeheim sollen künftig weitere Wohnformen entstehen. Geplant sind unter anderem Alters-Wohngemeinschaften, betreutes Wohnen und Wohnmodelle mit integrierter Pflege.
Auch die Digitalisierung spielt eine wichtige Rolle. Bürokratische Aufgaben sollen reduziert werden, damit Pflegekräfte mehr Zeit für die Betreuung der Menschen haben.
Ehrenamt soll Einsamkeit entgegenwirken Ein weiterer Schwerpunkt ist die sogenannte sorgende Gemeinschaft. Ehrenamtliche Netzwerke auf Gemeindeebene sollen ältere Menschen im Alltag unterstützen und soziale Kontakte fördern.
Bestehende Angebote wie Besuchsdienste oder Essen auf Rädern sollen ausgebaut werden. Ziel ist es, älteren Menschen ein möglichst selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen und gleichzeitig Einsamkeit vorzubeugen.
Blick in die Zukunft
Für LR Christian Dörfel ist die Strategie erfolgreich, wenn ausreichend Pflegekräfte zur Verfügung stehen, moderne Betreuungsangebote flächendeckend vorhanden sind und qualifizierte Zuwanderung breite Akzeptanz findet. Gleichzeitig sollen Kinder bereits beim Schuleintritt über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen.
Produktionsblock
Redaktion: Gerald Schlager – Eigentümer und Geschäftsführer
Kamera: HT1 Podcast Studio
Schnitt: Gerald Schlager
Link:
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