Fussl klagt Temu wegen Markenmissbrauch – Verfahren in Wien erwartet

Fussl klagt Temu wegen Markenmissbrauch – Verfahren in Wien erwartet

Zwei Männer lächeln in die Kamera. Im Hintergrund sind stilvolle Regale mit verschiedenen Geräten und Objekten. Ein Titeltext informiert über einen Podcast zu einem rechtlichen Thema.
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Podcast - Studiotalk / Ried
06.04.2026
Die Fussl Modestraße aus dem Innviertel hat Klage gegen die Online-Plattform Temu eingebracht. Grund ist eine Werbeaktion mit „Fussl Damenmode minus 90 Prozent“, obwohl keine Originalware angeboten wurde. Der Fall könnte nun vor dem Handelsgericht Wien landen.

Vorwurf: Irreführende Werbung mit Marke
Laut Geschäftsführer Ernst Mayr hat Temu ohne Zustimmung mit der Marke Fussl geworben. Kundinnen und Kunden hätten dadurch annehmen können, Originalware zu kaufen.
„Das ist eine missbräuchliche Verwendung unserer Marke. Temu hat keine Ware von uns und darf damit auch nicht werben“, sagt Mayr.
Fussl betreibt seine Geschäfte ausschließlich selbst. Produkte sind nicht über externe Plattformen erhältlich.

Klage nach gescheiterten Gesprächen
Zuvor gab es laut Mayr Kontakt mit Temu. Dabei sei ein geringer Schadenersatz angeboten worden. Für das Unternehmen stand jedoch nicht die Höhe im Vordergrund.
Entscheidend sei die grundsätzliche Frage des Markenrechts. Temu argumentierte laut Mayr, es sei kein Schaden entstanden, da keine Produkte verkauft wurden.
Für Fussl greift diese Argumentation zu kurz. Die Werbung habe Vertrauen in die Marke genutzt und Kunden in die Irre geführt.

Kritik an unfairen Wettbewerbsbedingungen
Mayr sieht den Fall auch im größeren Zusammenhang. Unternehmen in Österreich zahlen zahlreiche Abgaben und halten gesetzliche Vorgaben ein.
Er spricht von rund 50 bis 60 verschiedenen Steuern und Beiträgen. Diese sichern das soziale System.
„Wenn sich andere nicht an die Regeln halten, schadet das nicht nur dem Handel, sondern der ganzen Gesellschaft“, so Mayr.

Forderung nach strengeren Maßnahmen
Auch die Rolle der Behörden sieht Mayr kritisch. Die Bundeswettbewerbsbehörde habe nur einzelne Punkte beanstandet.
Er fordert klarere und strengere Regeln für internationale Plattformen. Dazu zählen etwa Kontrollen, Sanktionen oder Einschränkungen beim Marktzugang.

Verfahren noch nicht gestartet
Die Klage wurde bereits eingebracht. Die Zustellung läuft über Irland. Ein Termin für die Verhandlung steht noch aus.
Das Verfahren dürfte am Handelsgericht Wien stattfinden. Dort wird geklärt, ob ein rechtlich relevanter Schaden vorliegt.

Innviertel, Wien, Ried, Österreich

Redaktion: Gerald Schlager
Kamera: HT1 Podcaststudio
Schnitt: Gerald Schlager

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2600153-001
Podcast - Studiotalk / Ried
06.04.2026
Die Fussl Modestraße aus dem Innviertel hat Klage gegen die Online-Plattform Temu eingebracht. Grund ist eine Werbeaktion mit „Fussl Damenmode minus 90 Prozent“, obwohl keine Originalware angeboten wurde. Der Fall könnte nun vor dem Handelsgericht Wien landen.

Vorwurf: Irreführende Werbung mit Marke
Laut Geschäftsführer Ernst Mayr hat Temu ohne Zustimmung mit der Marke Fussl geworben. Kundinnen und Kunden hätten dadurch annehmen können, Originalware zu kaufen.
„Das ist eine missbräuchliche Verwendung unserer Marke. Temu hat keine Ware von uns und darf damit auch nicht werben“, sagt Mayr.
Fussl betreibt seine Geschäfte ausschließlich selbst. Produkte sind nicht über externe Plattformen erhältlich.

Klage nach gescheiterten Gesprächen
Zuvor gab es laut Mayr Kontakt mit Temu. Dabei sei ein geringer Schadenersatz angeboten worden. Für das Unternehmen stand jedoch nicht die Höhe im Vordergrund.
Entscheidend sei die grundsätzliche Frage des Markenrechts. Temu argumentierte laut Mayr, es sei kein Schaden entstanden, da keine Produkte verkauft wurden.
Für Fussl greift diese Argumentation zu kurz. Die Werbung habe Vertrauen in die Marke genutzt und Kunden in die Irre geführt.

Kritik an unfairen Wettbewerbsbedingungen
Mayr sieht den Fall auch im größeren Zusammenhang. Unternehmen in Österreich zahlen zahlreiche Abgaben und halten gesetzliche Vorgaben ein.
Er spricht von rund 50 bis 60 verschiedenen Steuern und Beiträgen. Diese sichern das soziale System.
„Wenn sich andere nicht an die Regeln halten, schadet das nicht nur dem Handel, sondern der ganzen Gesellschaft“, so Mayr.

Forderung nach strengeren Maßnahmen
Auch die Rolle der Behörden sieht Mayr kritisch. Die Bundeswettbewerbsbehörde habe nur einzelne Punkte beanstandet.
Er fordert klarere und strengere Regeln für internationale Plattformen. Dazu zählen etwa Kontrollen, Sanktionen oder Einschränkungen beim Marktzugang.

Verfahren noch nicht gestartet
Die Klage wurde bereits eingebracht. Die Zustellung läuft über Irland. Ein Termin für die Verhandlung steht noch aus.
Das Verfahren dürfte am Handelsgericht Wien stattfinden. Dort wird geklärt, ob ein rechtlich relevanter Schaden vorliegt.

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