Die Fussl Modestraße aus dem Innviertel hat Klage gegen die Online-Plattform Temu eingebracht. Grund ist eine Werbeaktion mit „Fussl Damenmode minus 90 Prozent“, obwohl keine Originalware angeboten wurde. Der Fall könnte nun vor dem Handelsgericht Wien landen.
Vorwurf: Irreführende Werbung mit Marke Laut Geschäftsführer Ernst Mayr hat Temu ohne Zustimmung mit der Marke Fussl geworben. Kundinnen und Kunden hätten dadurch annehmen können, Originalware zu kaufen.
„Das ist eine missbräuchliche Verwendung unserer Marke. Temu hat keine Ware von uns und darf damit auch nicht werben“, sagt Mayr.
Fussl betreibt seine Geschäfte ausschließlich selbst. Produkte sind nicht über externe Plattformen erhältlich.
Klage nach gescheiterten Gesprächen Zuvor gab es laut Mayr Kontakt mit Temu. Dabei sei ein geringer Schadenersatz angeboten worden. Für das Unternehmen stand jedoch nicht die Höhe im Vordergrund.
Entscheidend sei die grundsätzliche Frage des Markenrechts. Temu argumentierte laut Mayr, es sei kein Schaden entstanden, da keine Produkte verkauft wurden.
Für Fussl greift diese Argumentation zu kurz. Die Werbung habe Vertrauen in die Marke genutzt und Kunden in die Irre geführt.
Kritik an unfairen Wettbewerbsbedingungen Mayr sieht den Fall auch im größeren Zusammenhang. Unternehmen in Österreich zahlen zahlreiche Abgaben und halten gesetzliche Vorgaben ein.
Er spricht von rund 50 bis 60 verschiedenen Steuern und Beiträgen. Diese sichern das soziale System.
„Wenn sich andere nicht an die Regeln halten, schadet das nicht nur dem Handel, sondern der ganzen Gesellschaft“, so Mayr.
Forderung nach strengeren Maßnahmen Auch die Rolle der Behörden sieht Mayr kritisch. Die Bundeswettbewerbsbehörde habe nur einzelne Punkte beanstandet.
Er fordert klarere und strengere Regeln für internationale Plattformen. Dazu zählen etwa Kontrollen, Sanktionen oder Einschränkungen beim Marktzugang.
Verfahren noch nicht gestartet Die Klage wurde bereits eingebracht. Die Zustellung läuft über Irland. Ein Termin für die Verhandlung steht noch aus.
Das Verfahren dürfte am Handelsgericht Wien stattfinden. Dort wird geklärt, ob ein rechtlich relevanter Schaden vorliegt.
Innviertel, Wien, Ried, Österreich
Redaktion: Gerald Schlager
Kamera: HT1 Podcaststudio
Schnitt: Gerald Schlager
Folge dem Kanal HT1 - Das schau ich mir an! auf WhatsApp:
https://pulse.ly/cxehginn0n 2600153-001