Acker Österreich feiert 2026 sein fünfjähriges Bestehen. Im HT1-Podcast erklärt Gründer und Geschäftsführer Dr. Christoph Musik, warum Kinder wieder mehr direkten Kontakt zur Natur und zu Lebensmitteln brauchen und wie Schulen sowie Kindergärten mit Gemüseäckern praktisches Lernen ermöglichen.
Kinder verbringen heute weniger Zeit in der Natur und erleben seltener, wie Lebensmittel entstehen. Genau hier setzt Acker Österreich an. Die gemeinnützige Organisation unterstützt Schulen, Kindergärten und Jugendzentren dabei, eigene Gemüseäcker anzulegen und langfristig in den Unterricht einzubinden.
Praxis statt Theorie Nach Angaben von Dr. Christoph Musik gehen Naturerlebnisse durch gesellschaftliche Veränderungen wie Digitalisierung und den Rückgang landwirtschaftlicher Betriebe zunehmend verloren. Gleichzeitig werde Wissen über Lebensmittel immer seltener direkt vermittelt.
„Die Kinder erleben den ganzen Wachstums- und Wertschöpfungsprozess von natürlichen Lebensmitteln“, sagt Musik. Vom Vorbereiten des Bodens über das Säen und Pflanzen bis zur Ernte begleiten die Kinder alle Arbeitsschritte selbst.
Dabei bleibt es nicht beim Gemüseanbau. Auch Kochen, Haltbarmachen und teilweise sogar Vermarktung gehören zum Konzept.
Positive Wirkung auf viele Bereiche Acker Österreich untersucht die Wirkung seiner Programme wissenschaftlich. Laut Musik zeigen sich Verbesserungen in mehreren Bereichen. Dazu zählen Naturverständnis, Wissen über Lebensmittel, Bewegung, Motorik sowie das soziale Miteinander.
Auch das Ernährungsverhalten verändert sich. Viele Kinder probieren erstmals unterschiedliche Gemüsesorten und entwickeln dadurch einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln.
Ein besonderes Erlebnis blieb dem Gründer in Erinnerung: Kinder schätzten den Wert einer selbst gezogenen Karotte deutlich höher ein als den Preis im Supermarkt. Für Musik zeigt das, wie praktische Erfahrungen Wertschätzung für Lebensmittel fördern.
65 Lernorte in Österreich Fünf Jahre nach der Gründung arbeitet Acker Österreich mit 65 Lernorten in fast allen Bundesländern zusammen. 38 Standorte befinden sich in Oberösterreich, viele davon im Inn- und Hausruckviertel.
Das Ziel bleibt, möglichst vielen Kindern praktische Naturerfahrungen zu ermöglichen und Schulen beim eigenständigen Betrieb ihrer Gemüseäcker zu begleiten.
Zum Abschluss richtet Dr. Christoph Musik einen Appell an Eltern und Bildungseinrichtungen: Kinder sollten möglichst viele Erlebnisse in der Natur sammeln. Wo ein eigener Garten nicht möglich ist, könnten Schulen und Kindergärten wichtige Erfahrungen ermöglichen.
Link:
https://pulse.ly/ggetefehfv Innviertel, Hausruckviertel, Oberösterreich, Linz, Wels, Österreich
Redaktion: Gerald Schlager
Kamera: HT1 Studio
Schnitt: Gerald Schlager
Sprecher: Gerald Schlager, Dr. Christoph Musik
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