Im Innviertel finden Unternehmen deutlich schwerer Facharbeiter als Akademiker. Das zeigt eine aktuelle Umfrage unter Betrieben in Oberösterreich. Warum die Lehre wieder an Bedeutung gewinnt und welche neue Chance das Ausbildungszentrum Braunau ab Juli bietet, erklärt Geschäftsführer Dieter Geisberger im HT1-Podcast.
Unternehmen suchen Fachkräfte, nicht nur Akademiker
Der Arbeitsmarkt im Innviertel steht vor einem klaren Problem. Laut aktuellen Umfragen sagen nur sechs Prozent der Betriebe, dass sie kaum Akademiker finden. Dagegen geben 66 Prozent an, keine passenden Fachkräfte zu bekommen.
Im HT1-Podcast spricht Gerald Schlager mit Dieter Geisberger, Geschäftsführer des Ausbildungszentrums Braunau, über die Lage am Arbeitsmarkt und über neue Ausbildungswege.
Ausbildungszentrum Braunau bildet Lehrlinge und Erwachsene aus
Das Ausbildungszentrum Braunau ist ein technisches Aus- und Weiterbildungszentrum. Unternehmen schicken ihre Lehrlinge dorthin, um sie in Metalltechnik oder Elektro-technik auszubilden. Zusätzlich nutzen auch erwachsene Fachkräfte die Werkstätten für Weiterbildungen.
Die Lehre hat dabei einen gleichwertigen Stellenwert zur schulischen Ausbildung. Entscheidend sei, wo die eigenen Stärken liegen – theoretisch oder handwerklich.
Handwerk bleibt trotz KI gefragt
Trotz künstlicher Intelligenz und Robotik bleibt das Handwerk gefragt. Geisberger sieht sogar eine steigende Bedeutung.
„Eine KI kann uns unterstützen, aber sie wird kein Haus bauen, kein Dach decken und keine Rohrverstopfung beheben“, sagt der Geschäftsführer des Ausbildungszentrums Braunau. Kreativität und praktische Lösungen seien weiterhin menschliche Stärken.
Neues Angebot: Lehrabschluss für Erwachsene
Ab Juli erweitert das Ausbildungszentrum Braunau sein Angebot. Künftig können auch Erwachsene im zweiten Bildungsweg einen Lehrabschluss machen. Zielgruppe sind vor allem Menschen, die ihren Job verloren haben oder sich beruflich neu orientieren wollen.
Zu Beginn gibt es eine sogenannte Clearing-Phase. Dabei wird geprüft, ob eine Eignung für einen technischen Beruf besteht. Danach folgen mehrwöchige oder mehrmonatige Ausbildungen. Parallel sucht das Zentrum Praktikumsplätze in Betrieben der Region.
Technische Berufe bieten langfristige Sicherheit
Besonders in Bereichen wie Mechatronik, Elektro-technik und Maschinenbau sieht Geisberger gute Zukunftschancen. Zwar stehen viele Unternehmen aktuell unter Druck, etwa durch Energiekosten oder Bürokratie. Der Fachkräftemangel bleibt jedoch bestehen.
„Auch wenn er momentan nicht laut schreit, muss man sich weiter um den Fachkräftemangel kümmern, um als Unternehmen langfristig bestehen zu können“, betont Geisberger.
Drei Zielgruppen im Fokus
Das Angebot richtet sich an drei Gruppen:
Junge Menschen nach der Schule, Erwachsene ohne abgeschlossenen Beruf sowie Frauen. Der Frauenanteil unter den Lehrlingen liegt im Ausbildungszentrum Braunau bereits bei rund 20 Prozent. Technische Berufe seien auch für Frauen gut machbar.
Weitere Informationen zum Angebot gibt es online unter
👉
https://pulse.ly/nobax0fu0s Braunau, Innviertel, Oberösterreich
Redaktion: Gerald Schlager
Kamera: HT1 Studio
Schnitt: Gerald Schlager
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