Rund 130 Soldatinnen und Soldaten des Panzergrenadierbataillons 13 haben zwei Wochen lang am Biomassewerk der Energie AG in Riedersbach trainiert. Im Mittelpunkt stand der Schutz kritischer Infrastruktur und die Zusammenarbeit mit dem Betreiber im Krisenfall.
Das Gelände des früheren Kohlekraftwerks bietet verschiedene Gebäude, Stockwerke, Keller und Tunnel. Damit konnten die Soldatinnen und Soldaten unterschiedliche Einsatzlagen unter realistischen Bedingungen üben.
Kraftwerk als Übungsraum Das frühere Kohlekraftwerk in Riedersbach wurde 2016 außer Betrieb genommen. Heute befindet sich dort eine große Biomasseanlage, die Wärme für die Region erzeugt.
Für das Bundesheer ist das Areal vor allem wegen seiner baulichen Struktur interessant. Die weitläufige Anlage ermöglicht Übungen in einem Umfeld, das mit klassischen Trainingsanlagen nur schwer abzubilden ist.
Oberst Alfred Steingreß, Bataillonskommandant des Panzergrenadierbataillons 13, erklärt: „Das ist eben genau das Besondere an dieser Anlage, die uns Räume mit mehreren Stockwerken, Stiegen, Keller, Tunnels und dergleichen bietet.“
Angriff auf Kraftwerk als Übungsszenario In einem der Szenarien hatte eine Konfliktpartei das Kraftwerk unter Kontrolle gebracht. Die Soldaten fuhren von Ried nach Riedersbach und übten anschließend 14 Tage lang die Rückeroberung der Anlage.
Dabei kamen auch Schützenpanzer und weitere Kräfte zum Einsatz. Ziel war es, das Kraftwerk wieder unter österreichische Kontrolle zu bringen und gleichzeitig die Infrastruktur möglichst zu schonen.
Abläufe für den Ernstfall trainieren Geübt wurden unter anderem das Absichern von Bereichen, die Kontrolle von Zugängen und das Vorgehen in Gebäuden. Die Abläufe wurden auf mehreren Ebenen trainiert – vom einzelnen Soldaten bis zu rund 100 koordiniert eingesetzten Kräften.
Unterstützung kam von der Militärpolizei sowie von Sanitäts-, Kommunikations- und Versorgungskräften. Zusätzlich waren vier Schützenpanzer des Typs Ulan im Einsatz.
Betreiber und Bundesheer arbeiten zusammen Für die Energie AG steht neben der Energieversorgung auch die Vorbereitung auf mögliche Krisen im Mittelpunkt. Dazu zählen laut Energie-AG-Chef Leonhard Schitter auch neue Bedrohungslagen wie Sabotage oder andere Angriffe.
„Das Wichtige ist, dass wir vor einer Krise üben und nicht erst dann, wenn sie schon eingetreten ist. Denn dann ist es zu spät“, sagt Schitter.
Die Übung soll zeigen, wie Betreiber, Sicherheitskräfte und Behörden im Ernstfall zusammenarbeiten können. Die Erfahrungen aus dem Training sollen helfen, Abläufe und Zuständigkeiten frühzeitig zu klären und im Krisenfall schneller zu reagieren.
Riedersbach, Ried, Braunau
Redaktion: Tamara Zopf
Kamera: Jonas Voitl
Schnitt: Tamara Zopf
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