Mit bidirektionalem Laden kann ein Elektroauto künftig nicht nur Strom aufnehmen, sondern auch Energie zurück ins Haus liefern. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage wird das Fahrzeug zum mobilen Stromspeicher. Die Technologie ist bereits verfügbar und eröffnet neue Möglichkeiten für die Eigenversorgung mit Energie.
Elektroautos können künftig eine doppelte Aufgabe übernehmen. Neben der Mobilität dienen sie auch als Energiespeicher für das eigene Zuhause. Möglich macht das die sogenannte Vehicle-to-Home-Technologie (V2H).
Voraussetzung dafür ist ein Elektroauto mit bidirektionaler Ladefunktion sowie eine passende Wallbox. „Mit einer bidirektionalen Wallbox kann nicht nur Strom ins Auto geladen werden, sondern auch wieder aus der Fahrzeugbatterie ins Haus fließen“, erklärt Manfred Berghammer, Geschäftsführer des Autohauses Danner.
Solarstrom effizient nutzen Die Technologie eignet sich besonders für Haushalte mit Photovoltaikanlage. Überschüssiger Solarstrom wird tagsüber im Elektroauto gespeichert und kann am Abend oder in der Nacht im Haushalt genutzt werden.
Ein intelligentes Energiemanagement sorgt dabei dafür, dass genügend Energie für die nächste Fahrt im Fahrzeug verbleibt. „Der Nutzer kann individuell festlegen, wie viel Energie für das Haus verwendet wird und wie viel für die nächste Fahrt im Akku bleiben soll“, so Berghammer.
Individuelle Planung notwendig Damit das System zuverlässig funktioniert, muss die Wallbox in die bestehende Elektroinstallation integriert werden.
„Jedes Gebäude ist unterschiedlich. Deshalb schauen wir uns die Situation vor Ort genau an und entwickeln gemeinsam mit den Kunden eine maßgeschneiderte Lösung“, sagt Christian Mühlböck, Geschäftsführer von M&M Energietechnik.
Bis zu 90 Kilowattstunden Speicherkapazität Je nach Fahrzeugmodell verfügen Elektroautos über Batterien mit einer Kapazität von bis zu 90 Kilowattstunden. Damit bieten sie deutlich mehr Speichervolumen als viele stationäre Heimspeicher.
Komplettlösungen für bidirektionales Laden beginnen – abhängig von der bestehenden Elektroinstallation – bei rund 4.500 Euro. Das entspricht etwa den Kosten eines stationären Batteriespeichers mit rund zehn Kilowattstunden Kapazität.
Beitrag zur Energiewende Neben der Eigenversorgung kann die Technologie künftig auch das Stromnetz entlasten. Elektrofahrzeuge könnten Lastspitzen ausgleichen und Energie dann bereitstellen, wenn sie benötigt wird.
„Ein Elektrofahrzeug kann künftig dazu beitragen, Energie gezielt zu verschieben und einen zusätzlichen Mehrwert für das Gebäude zu schaffen“, erklärt Christian Mühlböck.
Damit entwickelt sich das Elektroauto zunehmend vom reinen Fortbewegungsmittel zu einem wichtigen Bestandteil der Energieversorgung im eigenen Zuhause.
Schlüßlberg
Redaktion: Michaela Hoffmann
Kamera: Andreas Blaschke
Schnitt: Maria Rauchegger
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