Bad Schallerbach spart 500.000 Euro pro Jahr

Bad Schallerbach spart 500.000 Euro pro Jahr

Zwei Männer stehen lächelnd in einem Raum, der für einen Podcast eingerichtet ist. Im Hintergrund sind Mikrofone und eine moderne Ausstattung sichtbar. Text weist auf das Thema "Gemeindefinanzierung" hin.
Podcast - Studiotalk
30.01.2026
Bad Schallerbach im Bezirk Grieskirchen konsolidiert sein Gemeindebudget und vermeidet den Härteausgleich des Landes Oberösterreich. Bürgermeister Markus Brandlmayr erklärte im HT1-Podcast, wie der Gemeinderat sein Ziel umsetzt, rund 500.000 Euro einzuspart, um trotz steigender Kosten handlungsfähig zu bleiben.

Was der Härteausgleich für Gemeinden bedeutet
Der Härteausgleich greift, wenn eine Gemeinde ihr Budget nicht mehr selbst ausgleichen kann. In diesem Fall übernimmt das Land Oberösterreich die Finanzierung, setzt aber strenge Vorgaben. „Härteausgleich heißt, dass die Einnahmen nicht mehr reichen und keine Rücklagen mehr da sind“, erklärt Bürgermeister Markus Brandlmayr. Bad Schallerbach wollte diesen Schritt bewusst vermeiden und setzte auf eigenständige Konsolidierung.

Sparziel: 500.000 Euro bei 13 Millionen Budget
Der Gemeinderat definierte ein jährliches Sparziel von 500.000 Euro bei einem Gesamtbudget von rund 13 Millionen Euro. In drei Arbeitsgruppen wurden Rechnungsabschlüsse der letzten Jahre geprüft. Zwei Drittel der Einsparungen kommen von der Ausgabenseite, ein Drittel von zusätzlichen Einnahmen.

Einschnitte bei freiwilligen Leistungen
Gespart wurde vor allem bei sogenannten Ermessensausgaben. Dazu zählen Leistungen, die rechtlich nicht verpflichtend sind. Ein Beispiel ist der Kindergarten-Transport. Für das Kindergartenjahr 2025/26 wurde er eingestellt, weil zuletzt nur drei Kinder transportiert wurden. Die Kosten lagen bei rund 30.000 Euro jährlich.
Auch der Jugendtreff wurde überprüft. Die jährlichen Kosten von etwa 27.000 Euro sollen künftig durch eine stärkere Einbindung des Ehrenamts reduziert werden.

Interne Abläufe und Überstunden im Fokus
Zusätzlich optimierte die Gemeinde interne Prozesse, etwa in der Abfallwirtschaft. Überstunden wurden durch flexible Arbeitszeiten und Homeoffice reduziert. Laut Brandlmayr brachten viele kleine Maßnahmen zusammen bereits rund 200.000 Euro Einsparung, langfristig sollen es bis zu 350.000 Euro werden.

Großer Kostenfaktor Kindergarten
Ein zentrales Thema bleibt die Kinderbetreuung. Der jährliche Abgang des Kindergartens stieg in fünf Jahren von 390.000 auf 800.000 Euro. „Das sind fast 800.000 Euro bei einem Gesamtbudget von 13 Millionen – darüber wird oft nicht gesprochen“, so Brandlmayr. Die Gemeinde muss den Abgang vollständig tragen.

Mehr Einnahmen durch Abgaben
Auf der Einnahmenseite erhöhte Bad Schallerbach unter anderem die Freizeitwohnungspauschale sowie Erhaltungsbeiträge für unbebaute Grundstücke. Zudem prüft die Gemeinde den Einsatz mobiler Verkehrsüberwachung. Insgesamt rechnet die Gemeinde mit Mehreinnahmen von rund 20.000 bis 25.000 Euro pro Jahr aus diesen Maßnahmen.

Positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung
Die Sparmaßnahmen wurden offen kommuniziert. Bei Veranstaltungen erklärte der Bürgermeister Kosten und Einsparungen transparent. Beim Senioren-Nachmittag etwa wurde das Angebot reduziert und dadurch rund 15.000 Euro eingespart. „Entweder wir sparen jetzt gemeinsam, oder solche Angebote fallen ganz weg“, so Brandlmayr.

Ziel: Wieder investieren können
In drei bis vier Jahren soll das Budget konsolidiert sein. Dann will die Gemeinde wieder Spielräume für Investitionen schaffen, etwa für das Schulzentrum oder die Sanierung gemeindeeigener Gebäude.

Bad Schallerbach, Bezirk Grieskirchen

Redaktion: Gerald Schlager
Kamera: HT1 Studio
Schnitt: Gerald Schlager

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Bad Schallerbach im Bezirk Grieskirchen konsolidiert sein Gemeindebudget und vermeidet den Härteausgleich des Landes Oberösterreich. Bürgermeister Markus Brandlmayr erklärte im HT1-Podcast, wie der Gemeinderat sein Ziel umsetzt, rund 500.000 Euro einzuspart, um trotz steigender Kosten handlungsfähig zu bleiben.

Was der Härteausgleich für Gemeinden bedeutet
Der Härteausgleich greift, wenn eine Gemeinde ihr Budget nicht mehr selbst ausgleichen kann. In diesem Fall übernimmt das Land Oberösterreich die Finanzierung, setzt aber strenge Vorgaben. „Härteausgleich heißt, dass die Einnahmen nicht mehr reichen und keine Rücklagen mehr da sind“, erklärt Bürgermeister Markus Brandlmayr. Bad Schallerbach wollte diesen Schritt bewusst vermeiden und setzte auf eigenständige Konsolidierung.

Sparziel: 500.000 Euro bei 13 Millionen Budget
Der Gemeinderat definierte ein jährliches Sparziel von 500.000 Euro bei einem Gesamtbudget von rund 13 Millionen Euro. In drei Arbeitsgruppen wurden Rechnungsabschlüsse der letzten Jahre geprüft. Zwei Drittel der Einsparungen kommen von der Ausgabenseite, ein Drittel von zusätzlichen Einnahmen.

Einschnitte bei freiwilligen Leistungen
Gespart wurde vor allem bei sogenannten Ermessensausgaben. Dazu zählen Leistungen, die rechtlich nicht verpflichtend sind. Ein Beispiel ist der Kindergarten-Transport. Für das Kindergartenjahr 2025/26 wurde er eingestellt, weil zuletzt nur drei Kinder transportiert wurden. Die Kosten lagen bei rund 30.000 Euro jährlich.
Auch der Jugendtreff wurde überprüft. Die jährlichen Kosten von etwa 27.000 Euro sollen künftig durch eine stärkere Einbindung des Ehrenamts reduziert werden.

Interne Abläufe und Überstunden im Fokus
Zusätzlich optimierte die Gemeinde interne Prozesse, etwa in der Abfallwirtschaft. Überstunden wurden durch flexible Arbeitszeiten und Homeoffice reduziert. Laut Brandlmayr brachten viele kleine Maßnahmen zusammen bereits rund 200.000 Euro Einsparung, langfristig sollen es bis zu 350.000 Euro werden.

Großer Kostenfaktor Kindergarten
Ein zentrales Thema bleibt die Kinderbetreuung. Der jährliche Abgang des Kindergartens stieg in fünf Jahren von 390.000 auf 800.000 Euro. „Das sind fast 800.000 Euro bei einem Gesamtbudget von 13 Millionen – darüber wird oft nicht gesprochen“, so Brandlmayr. Die Gemeinde muss den Abgang vollständig tragen.

Mehr Einnahmen durch Abgaben
Auf der Einnahmenseite erhöhte Bad Schallerbach unter anderem die Freizeitwohnungspauschale sowie Erhaltungsbeiträge für unbebaute Grundstücke. Zudem prüft die Gemeinde den Einsatz mobiler Verkehrsüberwachung. Insgesamt rechnet die Gemeinde mit Mehreinnahmen von rund 20.000 bis 25.000 Euro pro Jahr aus diesen Maßnahmen.

Positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung
Die Sparmaßnahmen wurden offen kommuniziert. Bei Veranstaltungen erklärte der Bürgermeister Kosten und Einsparungen transparent. Beim Senioren-Nachmittag etwa wurde das Angebot reduziert und dadurch rund 15.000 Euro eingespart. „Entweder wir sparen jetzt gemeinsam, oder solche Angebote fallen ganz weg“, so Brandlmayr.

Ziel: Wieder investieren können
In drei bis vier Jahren soll das Budget konsolidiert sein. Dann will die Gemeinde wieder Spielräume für Investitionen schaffen, etwa für das Schulzentrum oder die Sanierung gemeindeeigener Gebäude.

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Kamera: HT1 Studio
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