Ein bedeutender Schritt für den Klimaschutz im Gesundheitswesen: Das Klinikum Wels-Grieskirchen hat den Verbrauch von Narkosegasen in nur zwei Jahren um ein Viertel reduziert – ohne Einbußen bei der Patientensicherheit. Möglich wurde das durch gezielte technische Anpassungen, interne Schulungen und eine konsequente Bewusstseinsbildung.
Im Fokus steht das Narkosegas Sevofluran, das zwar als vergleichsweise umweltverträglich gilt, aber dennoch ein 206-fach höheres Treibhauspotenzial als CO₂ besitzt. Mit Umstellungen auf sogenannte Niedrigflussnarkosen konnte die eingesetzte Gasmenge deutlich reduziert werden. Gleichzeitig profitieren Patient:innen durch besser verträgliche Atemluft – feuchter und wärmer – was postoperativen Komplikationen vorbeugt.
Ein zentrales Anliegen ist die Vermeidung von Verschwendung. „Viele Geräte waren aus Gewohnheit höher eingestellt, als nötig“, erklärt Assistenzarzt Karl Kronberger vom Institut für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Durch niedrigere Frischgasflüsse wird die gleiche medizinische Wirkung erzielt, aber mit deutlich weniger Ressourcenverbrauch. Insgesamt konnten so rund 320 Flaschen Narkosegas eingespart werden – trotz steigender OP-Zahlen.

