Am 26. und 27. September 2025 rückt Braunau am Inn ein Thema ins Zentrum, das 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nichts an Aktualität verloren hat: die seelischen Wunden der Nachkriegsgenerationen. Unter dem Titel „Vererbtes Trauma“ laden die 32. Zeitgeschichte-Tage Braunau Expert:innen, Zeitzeug:innen, Journalist:innen und Interessierte ins Veranstaltungszentrum Braunau ein.
Kriege enden nicht, wenn die Waffen schweigen – diese Erkenntnis zieht sich wie ein roter Faden durch das Programm. Die zweitägige Tagung widmet sich der Frage, wie Krieg, Flucht und Vertreibung nicht nur Betroffene selbst, sondern auch ihre Kinder und Enkelkinder geprägt haben.
Zum Auftakt am Freitagabend (19:30 Uhr) sprechen Holocaust-Überlebende und Psychotherapeutin Eva Umlauf, Journalist und Autor Sacha Batthyány sowie Moderatorin Alexandra Föderl-Schmid (Süddeutsche Zeitung) über die psychischen Nachwirkungen von Gewalt und Schweigen.
Der Samstag gehört den Vorträgen von Expert:innen aus Psychotraumatologie, Zeitgeschichte und Soziologie: Brigitte Lueger-Schuster (Universität Wien) analysiert, wie Kriegserfahrungen in Kindern weiterleben. Barbara Stelzl-Marx (Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgenforschung) beleuchtet die „stille Last“ der transgenerationalen Weitergabe. Brigitte Halbmayr (Institut für Konfliktforschung Wien) spricht über verfolgte Frauen und „asoziale“ Opfer im NS-Staat. Angela Moré (Universität Hannover) untersucht schließlich „Gefühlserbschaften“ von Trauma und Schuld in Familien seit 1945.
Die Zeitgeschichte-Tage Braunau verstehen sich nicht nur als wissenschaftliche Konferenz, sondern als Einladung zum Zuhören und Mitdiskutieren. Der Eintritt ist frei, Beiträge aus dem Publikum sind ausdrücklich erwünscht.
Orte: Braunau am Inn, Veranstaltungszentrum Braunau, Wien, Hannover, Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgenforschung

