50 Jugendliche aus der Ukraine verbringen zwei Wochen im Rotary Youth Camp in Schlierbach


50 Jugendliche aus den Kriegsgebieten der Ukraine haben von 28. Juni bis 10. Juli am Rotary Ukraine Youth Camp im ÖKO Feriendorf Schlierbach teilgenommen. Das Camp bot den Jugendlichen eine Auszeit vom Kriegsalltag. Laut psychologischer Begleitung verbesserten sich das emotionale Wohlbefinden und die soziale Teilhabe während der zwei Wochen deutlich.

 

Psychologische Begleitung zeigt positive Entwicklung

Zu Beginn und am Ende des Camps wurden alle 50 Jugendlichen psychologisch begleitet. Dabei sank der Anteil der Jugendlichen mit emotionalen Belastungssymptomen von 55,6 auf 26 Prozent. Die erhöhte Ängstlichkeit ging von 68 auf 34 Prozent zurück, sozialer Rückzug von 46 auf 20 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil mit starken Resilienz- und Anpassungsressourcen von 38 auf 74,4 Prozent. Auch die aktive Teilnahme an Gruppenaktivitäten sowie der kreative Selbstausdruck nahmen deutlich zu. Diese Ergebnisse werden im Gesamtbericht des Camps dokumentiert.

„Das Camp kann die Erfahrungen des Krieges nicht ungeschehen machen. Aber es kann einen geschützten Raum schaffen, in dem junge Menschen Sicherheit erleben, Vertrauen zurückgewinnen und neue Kraft entwickeln“, sagt Felix Spitzer, Koordinator der Ukraine-Hilfe von Rotary 1920.

Begegnungen und gemeinsames Programm

Zum Konzept des Camps gehörten gemeinsame Aktivitäten mit Jugendlichen aus der Region. Rotaract-Mitglieder, Pfadfinderinnen und Pfadfinder sowie Schülerinnen und Schüler beteiligten sich am Programm und verbrachten Zeit mit den ukrainischen Jugendlichen.

Auf dem Programm standen unter anderem eine Gondelfahrt auf die Höss, Hochseilklettern am Gleinkersee, Bogenschießen, Geocaching, Beachvolleyball, Fußball, Schwimmen, Wanderungen und Kreativworkshops. Erstmals wurden auch Sprachkurse in Deutsch, Englisch und Ukrainisch angeboten.

Während des gesamten Aufenthalts standen den Jugendlichen zudem eine medizinische, psychologische und pädagogische Betreuung zur Verfügung. Laut Gesamtbericht wurden unter anderem Atemwegs- und Magen-Darm-Erkrankungen behandelt sowie kleinere Verletzungen versorgt.

Gemeinschaftsprojekt als Friedenssymbol

Gemeinsam mit dem Künstler Florian Wild gestalteten die Jugendlichen ein großes Bild. Zum Abschluss wurde das Kunstwerk in einzelne Teile geteilt. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer nahm ein Stück mit in die Ukraine. Das Bild soll nach einem Wiedersehen in Friedenszeiten wieder zusammengesetzt werden.

Eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen sitzt im Freien, umgeben von Bäumen. Einige lächeln und posieren für die Kamera, während andere Holzstäbe mit Marshmallows in der Hand halten.
Unterstützung durch Rotary und Partner

Finanziert wurde das Camp von 32 Rotary Clubs, drei Privatpersonen und dem Land Oberösterreich. Elf Rotary Clubs und drei Rotaract Clubs gestalteten das Programm mit. Insgesamt engagierten sich 53 Rotarierinnen und Rotarier, 55 Rotaracterinnen und Rotaracter sowie rund 30 weitere Helferinnen und Helfer.

Nach Angaben des Projektteams sind alle Jugendlichen nach dem Camp wieder sicher zu ihren Familien in der Ukraine zurückgekehrt.

Orte: Schlierbach

Quelle: Rotary 1920
05.08.2026